Moin, Ihr Lieben!
Hier ist es 7:00 Uhr morgens und noch ganz schön dunkel. Und nicht nur das, es ist auch ziemlich kalt und trist. Kein Wunder, es ist Mitte Dezember! Doch nicht nur das Wetter drückt auf meine Seele: Ich vermisse mein Küstenmini, mein kleines Sternenkind. Sein Herz hat in der Frühschwangerschaft einfach aufgehört zu schlagen, keiner weiß, warum.
Die Ungewissheit über die Ursachen der Fehlgeburt macht mir zu schaffen, aber mein geliebtes und ersehntes Baby, unser drittes Kind, fehlt mir auch einfach sehr. Trotz des fröhlichen Kinderlärms und all der Geschäftigkeit um mich herum fühle ich mich manchmal leer, ebenso wie der Platz auf meinem Arm, an meiner Brust leer ist und leer bleiben wird.
Doch es gibt ein Licht in der Dunkelheit, und von diesem Licht möchte ich heute schreiben. Denn an diesem Sonntag findet der Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder und ihre Eltern statt, und dann wird ein Licht, viel Licht, um die Welt gehen.
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Licht ist ohnehin wichtig in dieser dunklen Jahreszeit. Im Dezember sind die Tage am kürzesten, und die Dunkelheit währt am längsten. Der Wind pfeift um jede Ecke, es ist wirklich ungemütlich. Und das bleibt auch erst einmal so. Bis es wieder Frühjahr wird, dauert es noch lang.
Nicht nur mein Körper, sondern auch meine Seele ist müde. Ich hänge momentan einfach durch, kann mich nur schwer zu irgendetwas aufraffen. Andauernd friere ich und sehne mich nach Licht und Wärme. Es ist eine dunkle Zeit. Kennt Ihr das? Dinge, die schon vorher schwer waren, lasten jetzt noch stärker auf einem. Diejenigen, die man vermisst, scheinen noch ferner zu sein als sonst, und alte Wunden brechen ausgerechnet jetzt wieder auf und schmerzen wie verrückt. Liegt das daran, dass es auf Weihnachten zugeht?
Vielleicht, denn beim Weihnachtsfest möchte man seine Liebsten um sich haben. Bei uns hingegen wird jemand sehr Wichtiges fehlen: Unser kleines Küstensternchen, unser geliebtes jüngstes Kind. Der errechnete Geburtstermin ist inzwischen verstrichen, aber mein Bauch und mein Arm sind leer. Da ist kein kleines Baby, das unterm Tannenbaum große Augen bekommt. Da ist kein Baby, mit dem ich mich gemütlich ins Bett kuscheln und das ich stillen, trösten, behüten und beim Großwerden begleiten und unterstützen kann. Ach, wie vermisse ich Dich, mein kleines Mini - warum bist Du nur fortgegangen?
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Wenn ich daran denke, fühle ich mich hilflos und allein, auch wenn ich es eigentlich nicht bin. Dann zünde ich ein Licht an, ein Licht in der Dunkelheit, ein Licht gegen die Dunkelheit.
Das ist bei uns Zuhause eine besondere Kerze, unsere Adventskerze, die jeden Abend leuchtet, wenn wir am Familientisch zusammensitzen. Nicht nur, damit es in unserem Haus, sondern auch damit es in unseren Herzen ein bisschen wärmer und heller wird.
Das Licht zeigt uns, dass Weihnachten näher kommt, aber noch so viel mehr:
* Das Licht steht für Erinnerung.
* Das Licht steht für Hoffnung.
* Das Licht steht für Zusammenhalt.
* Das Licht steht für Gemeinschaft.
* Das Licht steht für Wärme.
* Das Licht steht für unsere Familie.
Dafür, dass wir nicht aufgeben. Uns gegenseitig Kraft geben und uns in schweren, dunklen Zeiten den Rücken stärken. Uns Wärme und Freude schenken. Dass wir zusammen weinen und zusammen lachen. Dass wir eine Familie sind.
Es ist unser Licht in der Dunkelheit und mein ganz persönliches Gedenken an mein Sternenkind, unser kleines Küstenmini.
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Doch es gibt noch so viel mehr Licht, so viel mehr Lichter. An diesem Sonntag, am 11.12.2016, werden überall auf der Welt unzählige Kerzen für alle verlorenen, verstorbenen Kinder angehen, zum Gedenken und zum Erinnern. Denn jedes Jahr am 2. Sonntag im Dezember findet der Weltgedenktag für Sternenkinder, das Worldwide Candle Lightning, statt.
An diesem Tag und besonders am Abend ab 19.00 Uhr stehen rund um den Globus Kerzen in den Fenstern, die an die verstorbenen Kinder erinnern. Während der Tag fortschreitet, werden in den verschiedenen Zeitzonen der Erde immer wieder neue Kerzen angezündet, so dass das Licht, ein wahres Lichtermeer, einmal um die Welt geht. Es schlägt Brücken zwischen den verwaisten Eltern, die wissen sollen, dass sie nicht allein sind. Und es hilft, für jede und jeden von uns die Dunkelheit ein klein wenig heller zu machen.
An vielen Orten werden für Sternenkinder, ihre verwaisten Eltern, Angehörige und Freunde Gedenkgottesdienste und Gedenkfeiern veranstaltet. Zeiten und Adressen dafür findet Ihr auf den Seiten von Hilfsorganisationen und Selbsthilfegruppen für verwaiste Eltern bzw. Sterneneltern, z.B. hier und hier. Auch über diesen Tag hinaus gibt es viele Informations- und Hilfsangebote für trauernde Eltern und Angehörige, einen Überblick habe ich Euch hier zusammengestellt. Dort findet Ihr auch immer jemanden zum Reden, denn Reden hilft.
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Doch an diesem Tag, am kommenden Sonntag, braucht es vielleicht gar nicht viele Worte, sondern nur eine einfache Geste, die Kerze im Fenster.
Lasst uns alle ein Licht anzünden. Für unsere eigenen und auch für all die anderen verstorbenen Kinder, Geschwister, Enkel, Neffen, Nichten und Kinder von Freundinnen und Freunden, die zu den Sternen gingen, bevor sich ihr Leben entfalten konnte. Und auch für uns Sterneneltern, damit wir gemeinsam gedenken, uns in dieser kalten Zeit wärmen, uns gegenseitig stützen und näher zusammenrücken können. Damit wir das Licht in der Dunkelheit sehen und nicht verloren gehen. Denn irgendwo da draußen gibt es Hoffnung, Licht und Wärme, auch wenn sie manchmal noch so fern scheinen.
Bitte passt aufeinander auf.