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Donnerstag, 25. November 2021

Wächst mein Kind normal? Interview mit Nathalie Klüver zum neuen Elternratgeber

Wächst mein Kind normal? Interview mit Nathalie Klüver zum neuen Elternratgeber. Der Ratgeber für Eltern von Babys und Kindern ist hilfreich  und entlastend. Auf Küstenkidsunterwegs habe ich die Autorin interviewt.

Moin, Ihr Lieben!

Wächst mein Kind normal? Wie groß und wie schwer sollte es in welchem Alter sein? Was muss mein Kind wann können? Wenn Ihr Euch solche Sorgen macht, ist das höchst verständlich. Doch nicht nur beim Thema "Wachsen" ist deutlich mehr normal, als man vielleicht zuerst denkt. 

Nathalie Klüvers neuer Elternratgeber "Das Kind wächst nicht schneller, wenn man daran zieht"* klärt über den Sinn und Unsinn von Normen, Wachstumstabellen, Schwiegermütter-Ratschlägen und vielem mehr auf. Ich empfand die Lektüre des Buches als herrlich erleichternd und entlastend und habe Nathalie, die Ihr vielleicht auch von ihrem wunderbaren Blog Eine ganz normale Mama kennt, deswegen für Euch interviewt.

Außerdem darf ich Nathalies Ratgeber für Eltern "Das Kind wächst nicht schneller, wenn man daran zieht" aus dem Trias Verlag am Ende des Posts an Euch verlosen!

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Donnerstag, 16. Januar 2020

WOW MOM: Das Mutmacher-Buch für Mamas im ersten Jahr mit Kind (+ Verlosung)

WOW MOM: Das Mutmacher-Buch für Mamas im ersten Jahr mit Kind. Ich interviewe die Autorin Lisa Harmann zu ihrem ungewöhnlichen Mama-Ratgeber "WOW MOM. Der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind", der allen Müttern im ersten Jahr mit Baby den Rücken stärkt.
*Werbung: Buchrezension + Verlosung*

Moin, Ihr Lieben!

Ganz ehrlich, wie ging es Euch im ersten Jahr mit Kind? Ich erinnere mich noch gut: Mit meinem Küstenjungen war das neue MamiLeben zwar wunderschön, aber alles andere als einfach. Von absolutem Entzücken über dieses neue kleine Wesen an meiner Seite bis zur totalen Müdigkeit und riesiger Unsicherheit, ob ich mit meinem Baby auch ja alles richtig mache, tobten mit den Hormonen auch die Gefühle in mir.

Ein großartiges Buch, das in dem bewegten ersten Jahr mit Baby Mut macht und allen Mamis den Rücken stärkt, ist "WOW MOM. Der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind"*, das meine liebe Bloggerkollegin Lisa Harmann zusammen mit Katharina Nachtsheim geschrieben hat, mit der sie auch den Blog Stadt Land Mama betreibt.

Ich darf Lisa zu diesem ungewöhnlichen Mama-Buch im Interview ein Loch in den Bauch fragen und außerdem ein Exemplar an Euch verlosen!

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Freitag, 22. Januar 2016

Mami-Turnen und Spaß dabei: 10 Tipps für einen gelungenen Rückbildungskurs

 
Moin Ihr Lieben,
 
wart Ihr schon mal beim "Mami-Turnen", also einem Rückbildungskurs nach der Geburt Eures Kindes? Ich hatte das Vergnügen in den letzten zwei Jahren gleich zweimal, da meine beiden Küstenkinder relativ dicht nacheinander zur Welt gekommen sind. Deshalb möchte ich Euch heute von meinen Erfahrungen berichten, wobei der Fokus auf dem letzten Kurs liegt, den ich zusammen mit dem kleinen Küstenmädchen durchturnt, durchspielt und durchlacht habe.

Ja, tatsächlich, das hat Spaß gemacht! Dazu gibt's 10 gute Tipps für Euch, wie so ein Rückbildungskurs ein wirklicher Erfolg werden kann.
 
Denn das ist nicht selbstverständlich! Aber das musste ich in meinem ersten Kurs nach der Geburt unseres geliebten Erstlings, unseres Küstenjungen, auch erst einmal lernen. Dabei lag das gar nicht unbedingt am Rückbildungskurs selbst, sondern eher daran, dass wir - ich und der Kurs - nicht besonders gut zueinander passten. Und ich muss selbstkritisch sagen, dass ich echt einiges hätte anders machen können.
 
Damit das bei Euch vielleicht mal besser läuft, gibt es im Folgenden einen Mix aus meinen Erfahrungen und 10 hilfreichen Tipps. Natürlich sind das nur Anregungen - denn nur Ihr könnt entscheiden, was wirklich gut für Euch ist :)
 
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Das Wichtigste gleich mal vorneweg:
 
1. Der beste Kurs nützt nix, wenn er nicht zu Euch und Eurem Kind passt!
 
So ging es mir wie gesagt mit dem ersten Rückbildungskurs. Ich hatte mir das vorher so schön gedacht, de facto war die Kurskonstellation jedoch einfach nicht meine. Denn der Kurs fand abends ohne Kind statt. Und begann gerade mal acht Wochen nach der Geburt. Ich hatte mir das zwar so ausgesucht - musste aber gleich in mehrfacher Hinsicht feststellen, dass ich dafür definitiv nicht bereit war. 
 
Ich war nicht bereit, mein Kind jetzt schon so lange abzugeben. Die 2,5 Stunden, die ich insgesamt für den Kurs plus Hin- und Rückfahrt brauchte, kamen mir wie eine gefühlte Ewigkeit vor. Also genoß ich die "Me-Time" nicht, sondern sehnte mich nach meinem Baby. Schon schlecht. 
 
Mein Körper war nicht bereit dafür. Ja, unglaublicherweise war ich acht Wochen nach dem 20 Stunden währenden extremsten Erlebnis meines Lebens noch nicht wieder fit wie der berühmte Turnschuh. Ich war eher - sagen wir mal - eine gemütliche Haussocke, die für's Kuscheln auf dem Sofa genau das Richtige ist. Und umgekehrt. Noch schlechter!
 
Mein Kind war noch nicht bereit dafür. Denn mein frisch geschlüpfter Küstenjunge dachte gar nicht daran, wie vorgesehen in dieser Zeit brav und vom Papi bewacht zu schlafen. Er hatte einfach noch keinen Rhythmus und war putzmunter. Stattdessen weinte er, vor allem nach seiner Mami. Das ging gar nicht!!!
 
 
Deshalb:
 
2. Macht den Kurs nicht zu früh.
 
Und damit meine ich nicht nur "zu früh am Morgen". Unterwerft Euch nicht den vermeintlichen Vorgaben aus Funk und Fernsehen, dass man sechs Wochen nach der Geburt bitteschön wieder so auszusehen habe wie vor der Kugelzeit. Womöglich noch "besser", womit in der Regel "schlanker" gemeint ist. Das ist, um es mal deutlich zu sagen - Blödsinn. Ganz großer BLÖDSINN. Lasst Euch und Eurem Körper Zeit. Er muss sich von der größten Leistung seines Lebens (jawoll, ja!) erstmal soweit erholen, dass Turnen überhaupt Zweck hat.
 
Und lasst auch Euch und Eurem Baby Zeit - sei es, damit Ihr beide entspannt genug seid, um zusammen einen Kurs tatsächlich zu genießen und nicht nur zu absolvieren. Oder aber, damit Ihr beide bereit für eine (kurze) Trennung seid und Eure jeweilige Auszeit ein Genuss und keine Qual wird. 
 
Aber man lernt ja ;) Entsprechend habe ich diesmal nicht nur den Kurs mit Kind gebucht, sondern auch erst 5 Monate nach der Geburt damit angefangen. Beides hat mir und unserem kleinen Töchterchen gut getan: Ich war fit genug, so dass mir die Übungen echt etwas gebracht haben. Und sie war fit genug, um mit den anderen Babys bereits Spaß zu haben. Besonders mit zwei anderen Zwergen dort hat sie sich angefreundet und "Krabbelgruppe in Klein" gemacht. Sie fand das sehr interessant, und ich konnte etwas für meinen Mami-Körper tun. Eine echte Win-Win-Situation!
  


Apropos (Tages-)Zeit:
 
3. Macht den Kurs zu einer Zeit, die für Euch passt.
 
Es nützt ja nix, wenn Ihr oder Euer Kind total hungrig oder müde seid. Ein sattes und ausgeschlafenes Kind ist ein (tendenziell) friedliche(re)s Kind.Und das gleiche gilt für die Mami ;) Mit dem kleinen Küstenmädchen, das ich dieses Mal mitgenommen habe, habe ich deshalb eine Zeit gewählt, die
 
a) in unseren Tagesablauf passt, sprich, für die ich nicht alles andere umschmeißen muss, denn das ist mit Kindern eher keine so gute Idee, 
 
b) zu der wir normalerweise beide halbwegs wach und fit sind
 
c) und die zu den aktuellen Still- bzw. Fütterzeiten passt.
 
Zu c) noch eine kleine Relativierung: Die Still- bzw. Fütterzeiten können sich bei einem Säugling natürlich leicht mal ändern. Nehmt es easy und stillt bzw. füttert das Kind im Zweifelsfall einfach im Kurs. Das war bei uns gar kein Problem. Im Gegenteil: Wir bekamen zu diesen Themen mal eben nebenbei noch ein paar gute Tipps von unserer kompetenten Hebamme. Und ja, zum Schwitzen kamen wir trotzdem noch genug!
 
 
Ach ja:
 
4. Macht den Kurs bei einer Hebamme, die zu Euch passt.
 
Mit "passen" meine ich: Sowohl von ihrer generellen Einstellung, als auch vom ihrem Fitnesslevel und ihren Ansprüchen an die Teilnehmerinnen. Sympathie hilft ebenfalls, denn Rückbildung betrifft ja einen eher intimen Bereich im Bauch der Frau. Da ist es schon hilfreich, ein verständnisvolles und angenehmes Gegenüber zu haben, das man auch mal zu eher schwierigen Themen etwas fragen kann. Ich war jedenfalls sehr dankbar für ein paar einfühlsame Worte, als mein Beckenboden zu Beginn noch so gar nichts - in Worten: NICHTS - halten konnte, ebenso wie für ein paar extra Übungen, die ich in meinen Alltag integrieren konnte, um das Problem zu beheben.
 
 
Aha, nächstes Stichwort:
 
5. Bitte nehmt die Übungen aus dem Kurs mit in den Alltag.
 
Auf gut Deutsch: Trainiert zu Hause. Und zwar so oft wie möglich, auch wenn das mit Kind "nur mal eben zwischendurch" geht. Unsere patente Hebamme hat uns übrigens auch verraten, wie man die Rotphasen an der Ampel für den Beckenboden nutzen kann ;) Und uns motiviert, bei jedem Durchschreiten der Küchentür denselben anzuspannen. Das geht! Das bringt was! Ihr werdet Euch wundern :) 
 
 
Übrigens:
 
6. Der Rückbildungskurs ist nicht nur für den Beckenboden und den Bauch gut. Er ist auch für den Rücken und im besten Falle für die allgemeine Fitness da. Nutzt das!
 
Denn eine gute Kondition und einen starken Rücken könnt Ihr für den Alltag mit Kind gut gebrauchen. Ich hatte z.B. beim ersten Kind völlig unterschätzt, wie viel Kraft ich eigentlich benötige, nur um den kleinen Kerl den ganzen Tag durch die Gegend zu schleppen. Und wie sehr ich erstmal wieder in Form kommen musste. Und wie gut es mir tat, in richtiger, sprich rückenschonender Haltung zu tragen, zu stillen und zu schieben.
 
Eine schlechte Nachricht habe ich jedoch leider auch:
 
6. Der Rückbildungskurs ist nicht zum Abspecken da. Tut Euch einen Gefallen und verabschiedet Euch von dieser Vorstellung bitte sofort!
 
Sorry, aber Illusionen helfen ja keinem weiter. Natürlich bekommt Ihr im Rückbildungskurs Übungen an die Hand, die auch den Bauch straffen und Kalorien verbrennen helfen. Aber der Kurs alleine wird noch keine Pfunde purzeln lassen. Schon eher das Zuhause-Üben, aber auch das erst mit der Zeit. Keine Sorge, Ihr werdet Eure Pölsterchen schon noch los - aber eben nicht sofort. Außerdem stillen einige von Euch vielleicht noch, und dann ist Abnehmen ohnehin nicht angesagt.

  
Daher:
 
7. Bitte kein Hau-Ruck-Training!
 
Lasst es langsam angehen und steigert Euch lieber kontinuierlich. Da habt Ihr langfristig mehr von. Stress Euch nicht. Es muss mal gesagt werden: Ihr seid schön so, wie Ihr seid! Gebt Eurem Körper etwas Zeit. Er hat gerade etwas Großartiges geleistet! Und das Kind, dass Ihr im Arm haltet, ist so viel wichtiger als ein flacher Sportlerinnen-Bauch.
 
 
8. Netzwerkt lieber, was das Zeug hält.
 
Auch wenn dabei einige Minuten des Kurses oder manchmal sogar ganze Viertelstunden draufgehen: Lernt Eure Mit-Turnerinnen kennen und verabredet Euch bei entsprechender Sympathie auch mal außerhalb des Kurses. Im Kurs trefft Ihr (Leidens-)Genossinnen in einer ganz ähnlichen Situation, mit denen Ihr Euch prima austauschen könnt. Nutzt diesen Pool an Erfahrungen, Wissen und auch einfach lieben Menschen. Ich habe gerade in meinem 2. Rückbildungskurs, in dem ich mir mehr Zeit genommen habe, so viele nette Mamis und deren Kinder kennengelernt! Und es ist soviel einfacher als auf der Straße beliebige Menschen mit Kinderwagen anzuquatschen ;)
 
 
 9. Gebt auch mal ab.
 
Mir fällt das zwar schwer, aber es kann eine echte Unterstützung sein. Zum Beispiel, wenn eine der anderen Mütter kurz Euer Kind hält, während Ihr auf Toilette düst. Oder wenn die freundliche Hebamme zwei Kinder auf ihrem Schoss schunkelt, damit Ihr Eure Übungen machen könnt. Oder Ihr Euch mit dem Bespaßen der Kinder abwechselt. Oder wenn Ihr einfach Euer Kind vertrauensvoll beim Partner oder der Omi lasst, falls Ihr den Kurs doch "ohne" machen wollt. Und dann gibt es noch ein anderes "Abgeben": Gebt mal Eure Sorgen ab - sprecht mit den anderen darüber. Gebt Eure Müdigkeit zu - kaum ein Kind schläft in dem Alter durch. Gebt Euren Perfektionismus ab - Ihr seid auch nur ein Mensch. Und es tut einfach gut, wenn man man selbst sein kann.
 
 
Vor allem aber:
 
10. Habt Spaß! 
 
Denn das ist Euer Kurs. Mit oder ohne Kind: Das ist Eure Zeit! Hüpft auf dem Pezziball, knuddelt Eure Lütten und lacht gemeinsam, egal ob über die gelungen oder die nicht gelungenen Übungen. Genießt ein bisschen Euer Mami-Sein zusammen mit anderen Mamis. Übrigens: Lachen ist ein ausgezeichnetes Training für den Beckenboden - und nicht nur für den!
 
***
Ich danke ganz herzlich den lieben Mamis aus meinem Rückbildungskurs und unserer Hebamme Linda für die wundervollen Stunden, die wir zusammen geturnt, gelacht und gequatscht haben! Und falls Ihr aus Kiel und Umgebung kommt: Die Kurse bei den Fördehebammen kann ich nur empfehlen.
 
Habt Ihr nach der Geburt einen Rückbildungskurs besucht oder habt Ihr das noch vor? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?
 
Vergnügtes Turnen und einen starken Beckenboden wünscht Euch
 
Eure Küstenmami


PS: Es läuft übrigens noch die LEGO DUPLO Verlosung! Ihr könnt gerne noch teilnehmen!


Freitag, 18. Dezember 2015

Der Start ins Leben und die Tücken von Babys Verdauung

 
 
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Hallo Zusammen,

erinnert Ihr Euch noch an die ersten Tage und Wochen mit Eurem Baby? Wie war das, als Ihr mit dem neuen kleinen Erdenbürger zu Hause wart und Euer gemeinsamer Alltag begann?

Bei uns ist das ja noch nicht allzu lange her. Gerade in diesen Tagen vor Weihnachten muss ich an die erste Zeit mit unserem Küstenjungen zurückdenken, weil ich vor knapp zwei Jahren zu diesem Zeitpunkt schon Wehen hatte und bald darauf unser Sohnemann auf der Welt war.

***
Die erste Zeit

Ja, wie war sie, diese erste Zeit? Voller Anfang, voller Zauber. Unser ganzes Leben änderte sich. Alles war neu, und wir mussten uns erst einmal kennenlernen. Uns einfinden in unsere Rollen als Mami, Papi und Kind. Zum ersten Mal hatte ein winzig kleiner Mensch mein Herz so fest im Griff, dass ich teilweise weinte vor Glück, wenn ich ihn nur ansah. Zum ersten Mal in meinem Leben machte es mir überhaupt nichts aus, mich nur in einem Raum, nämlich in unserem Schlafzimmer, aufzuhalten und das Bett kaum zu verlassen. Ich konnte stundenlang nur daliegen und den kleinen Kerl bestaunen und bekuscheln.

Doch natürlich war nicht alles nur Idylle. Mein geliebter Winzling schrie teilweise ganz fürchterlich, denn er und sein ganzes System mussten sich erstmal an diese kalte helle Welt gewöhnen, in der es so etwas wie Hunger, Durst, Müdigkeit und Bauchweh gab. Ja, Bauchweh leider auch, denn die Nahrungsaufnahme und das Verdauen außerhalb des Mutterbauchs muss so ein kleines Baby erst lernen. Wir taten mit bedarfsorientiertem Stillen, Tragen, viel Körperkontakt und sanften Babymassagen unser Bestes, um ihm die erste Zeit zu erleichtern, aber ich fühlte mich trotzdem manchmal ganz schön hilflos.

 Gerade die ersten paar Monate hatten wir auch mit den berüchtigten Drei-Monats-Koliken oder den so genannten Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen - was es genau war, konnte uns keiner sagen, da dies ja immer nur Oberbegriffe für sehr diffuse Phänomene sind. Danach wurde es besser und wir erfahrener - wie das ja meistens so ist.

Doch in der ersten Zeit hat nicht nur unserem Küstenjungen, sondern auch mir sein Bäuchlein ziemlich zu schaffen gemacht und die Verdauung war bei uns, wie bei so vielen Eltern, ein fortwährendes Thema.

Was man tun kann

Damit es unserem geliebten Erstling besser ging, achtete ich in der Stillzeit sehr darauf, was ich selber zu mir nahm. Über Stillen und die Ernährung der Mutter habe ich im Rahmen der Serie "Die ersten 1.000 Tage" ja hier schon einmal geschrieben.

Neben ganz viel Nähe, Liebe und Geborgenheit, die wir unserem Sohn zu geben versuchten, wenn es im Bauch zwickte (aber natürlich nicht nur dann), haben ihm sanfte Bauchmassagen geholfen. Dabei streicht man mit den Händen und etwas Babyöl behutsam im Uhrzeigersinn um den Nabel herum. Das Herumtragen im Fliegergriff fand er ebenfalls klasse, schon allein der veränderten Perspektive wegen!

Auch das so genannte "Fahrradfahren" hat unserem Sohnemann gut gefallen: Man drückt abwechselnd die Beinchen des Babys Richtung Bauch und streckt sie wieder, ganz vorsichtig natürlich. Durch diese "Gymnastik" kann die überschüssige Luft entweichen und die Luft im Darm kommt wieder in Bewegung. Apropos Luft: Damit das Kind davon gar nicht erst so viel schluckt, sollte man auf das richtige Anlegen beim Stillen achten oder Koliksauger für die Fläschchen verwenden. Bei Verstopfung ist es wichtig, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten. Und wie immer gilt: Bei andauernden Beschwerden ab zum Kinderarzt!

 
Die Ursachen

Darüber hinaus half es mir auch zu verstehen, was im Darm meines Lütten vor sich ging und warum es überhaupt zu Blähungen oder Verstopfungen kommen kann.

Wie ich ja oben schon schrieb, haben die Neugeborenen ein noch unreifes Verdauungssystem; d.h. die Darmflora muss sich erst entwickeln. Oft sind in den ersten Wochen noch zu wenig Enzyme wie Laktase vorhanden, die den Milchzucker, die Laktose, aufspalten. Die Laktose erreicht somit den Dickdarm des Babys, wo sie von Bakterien aufgenommen wird, die unangenehme Gase produzieren und die zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, Koliken oder Verstopfungen führen können.
 
Helfer bei der Verdauung sind hingegen die prebiotischen Ballaststoffe GOS (Galacto-Oligosaccharide) und FOS (Fructo-Oligosaccharide). GOS und FOS sind in der Muttermilch, aber auch in hochwertiger Babynahrung enthalten. GOS hilft, die gesunden Zellen im Dünndarm vor Krankheitseregern zu bewahren. Zudem tragen GOS und FOS im Dickdarm, wo sie aufgenommen und verarbeitet werden, zu einem Wachstum der "guten" Bakterien und dem Schutz der Darmflora bei.


Einen ganz süßen und witzigen Weg, diese komplizierten Vorgänge verständlich zu machen, hat die wissenschaftliche Illustratorin Jill Enders zusammen mit Milupa gefunden: Bei ihr werden GOS und FOS zu den niedlichen Figuren Gossy und Fossy, mit deren Hilfe die Darmvorgänge in einem Video veranschaulicht werden. Zusammen mit einem weiteren Video zu Babys Verdauung ist es auf Youtube veröffentlicht; hier könnt Ihr Euch alle beide ansehen:



Um junge Eltern besser zu beraten hat Milupa zudem die Bäuch-Line ins Leben gerufen: Unter der Telefonnummer 0800 26 26 333 geben Experten Rat und Infos zu allen Fragen rund um die Verdauung. Die kostenlose Service-Line ist täglich von 16.00 bis 18.00 Uhr erreichbar.

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Wie ist Euch das in den ersten Lebensmonaten Eurer Kinder mit der Verdauung ergangen? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht, was sind Eure Tipps und Tricks? Über Eure Kommentare und Rückmeldungen freue ich mich sehr!

Ein wunderschönes Wochenende wünscht Euch

Eure Küstenmami

 
Dieser Post ist mit Unterstützung von und in Kooperation mit Milupa entstanden.



Mittwoch, 15. Juli 2015

Dr. Moro und Mr. Hicks: Wie man Schreck-Reflex und Schluckauf bei Babys bekämpft

 

Hallo Zusammen,
 
heute möchte ich Euch zwei besonders unangenehme Begleiter der Neugeborenen- und Babyphase vorstellen - und Euch zugleich ein paar hilfreiche Tipps an die Hand geben, wie man sie bekämpft!

Sie plagen momentan unser kleines Küstenmädchen wirklich sehr. Sie ist zwar eine unglaublich tapfere Person, aber diese beiden Schufte setzen ihr zu. Ich habe sie Dr. Moro und Mr. Hicks getauft, weil sie zusammen ein Doppelpack bilden, das unserem armen kleinen Mädchen die Nächte verdirbt - und dabei schläft sie doch so gerne! Besser bekannt sind sie als Moro-Reflex und ganz gewöhnlicher Baby-Schluckauf. An sich sind sie harmlos, aber bestens geeignet, nicht nur das Kind, sondern auch die ganze Familie des Nachts wachzuhalten.

Ach, das sind wirklich unangenehme Zeitgenossen! Doch unser Töchterchen, die energische kleine Person, gibt ihr Bestes - und wir auch :) Deshalb gibt es in diesem Posts viele Tipps und Tricks, wie man mit den Tunichtguten besser fertig wird oder ihnen sogar ganz das Handwerk legt.

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Doch zunächst ein paar Fakten:

Dr. Moro: Der Moro-Reflex

Dieser evolutionsbiologisch sinnvolle Reflex wurde tatsächlich von einem Doktor entdeckt, nämlich dem Arzt Ernst Moro. Beim Zurückfallen oder -legen des Säuglings in die Rückenlage zeigt sich der Reflex mit einem ruckartigen Zucken der Arme und einem Greifversuch der Fäuste, zugleich öffnet sich der Mund. Das sieht dann so aus, als ob das Baby heftig zusammenzuckt. Tatsächlich kann er auch in Schrecksituationen auftreten. Wichtig ist dieser Reflex, weil er beispielsweise den ersten Atemzug ermöglicht und hilft, die Luftröhre zu öffnen, wenn das Neugeborene zu ersticken droht. Bei Säugetieren, die ihre Kleinen tragen, verhindert der Moro-Reflex auch das Herunterfallen durch das Nachgreifen ins Fell der Mutter. Insofern hat Dr. Moro etwas wirklich Nützliches entdeckt.

Nicht ganz so nützlich ist, dass viele Babys in den ersten Lebensmonaten vom Moro-Reflex ständig aufgeweckt werden. Die unkontrollierte Schreckbewegung reißt sie förmlich aus dem Schlaf, oft sind die Kleinen dann schwer wieder zu beruhigen. Zwar soll sich der Moro-Reflex mit der Reifung des Nervensystems nach drei bis vier Lebensmonaten verlieren - doch unser Küstenjunge hatte damals noch etwas länger Freude daran. Und auch sein kleines Schwesterchen wird besonders nachts oft von einem plötzlichen Zusammenzucken wach und weint dann kläglich. Das tut mir immer so leid!

Mein Tipp deshalb für Euch: Pucken!

Das Pucktuch bzw. der Pucksack gibt den Babys ein Gefühl der Begrenzung und des Gehalten-Werdens. Die Begrenzung der Bewegungen erinnert die Winzlinge an die Zeit im Mutterleib, in der sie von der Gebärmutter fest umschlossen waren. Auf viele Säuglinge hat das Pucken daher einen beruhigenden Effekt. Das Pucken ist natürlich nur etwas für die Schlafenszeit und ersetzt auf keinen Fall das Kuscheln oder den Körperkontakt! Es klappt auch nur, wenn das Kind es mag, und das merkt man ziemlich schnell. Man kann sein Baby ganz klassisch mit Pucktüchern wickeln oder einen praktischen Pucksack erwerben. Dabei ist es wichtig, sich die richtige Technik z.B. von einer erfahrenen Hebamme zeigen zu lassen; auch, damit die Atmung nicht beeinträchtigt werden kann. Aber Achtung: Sobald das Kind sich drehen kann, darf es nicht mehr gepuckt werden.

Was auch hilft: Getragen-Werden!

Ebenso wie das Pucken erinnert das leichte Schaukeln beim Tragen auf Mamis Arm oder in der Tragehilfe die Säuglinge an die Bewegung im Mutterleib. Zudem wirken Körperkontakt und  Körperwärme beruhigend auf die Kleinen. Viele Babys schlafen so gut ein. Unser Küstenmädchen liebt es ohnehin, getragen zu werden! Wenn sie richtig müde ist, schlummert sie prima im Tragetuch oder in der Marsupi ein. Ich warte, bis sie richtig tief schläft, und lege sie dann hin. So überstehen wir die sensible Einschlafphase, und sie fühlt sich gehalten und in den Schlaf gewiegt, ohne dass Dr. Moro sie zu stören vermag :)


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Mr. Hicks: Der Baby-Schluckauf

Medizinisch gesehen ist der von mir so betitelte Mr. Hicks noch harmloser als Dr. Moro. Schon im Mutterleib haben Babys Schluckauf - das kann sich gerade gegen Ende der Schwangerschaft sehr witzig anfühlen. Dabei wird Fruchtwasser durch das Zwerchfell gepumpt, als Training, um die Muskulatur auf das spätere Ein- und Ausatmen vorzubereiten. Ist das Baby auf die Welt gekommen, ist der Schluckauf ein nützlicher Schutzmechanismus vor dem Verschlucken und dem Rücklauf des Mageninhalts in den Mund. Zugleich werden Zwerchfell- und Rippenmuskulatur weiter trainiert. 

Baby-Schluckauf ist also die alltäglichste Sache der Welt - kann aber trotzdem äußerst lästig werden, besonders, wenn es ums Einschlafen geht. Ich lege unser Küstenmädchen ins Bett, alles ist gut, sie lächelt müde, die kleinen Augen fallen zu... Doch "Hicks", "Hicks!", "HICKS!" - plötzlich ist der Schluckauf da und die arme Maus wieder wach. Danke, Mr. Hicks, das war es dann wohl mit dem Einschlafen! Gar nicht auszudenken, was passieren würde, wenn jetzt noch Dr. Moro vorbeischauen würde... Aber auch hier lässt sich ein bisschen tricksen :)

Unser Favorit: Stillen bzw. Trinken!

Am liebsten natürlich Muttermilch, als Alternative ein bisschen abgekochtes und abgekühltes Wasser. Wenn möglich, lege ich das Küstenmädchen einfach an, dann trinkt sie ein bisschen und der Schluckauf ist vorbei. Oft beruhigt sie das Stillen auch, so dass sie danach gut einschläft. Selbst bei unserem "großen" Küstenjungen hilft etwas zu Trinken - und zack, Mr. Hicks kratzt die Kurve ;)

Auch gut: Ablenkung und Entspannung!

Man nehme das Baby auf den Arm oder singe ihm etwas vor, massiere sanft das Bäuchlein, und der Schluckauf ist quasi vergessen. Unserem Küstenmädchen hilft Körperkontakt: Ich lege sie mir auf den Bauch und streichele ihr Köpfchen; das liebt sie.

Hilfreich: Noch ein Bäuerchen!

Besonders nach der letzten Mahlzeit... Ein kleines Aufstoßen, dann können überflüssige Luft und Gase entweichen, und Mr. Hicks hat keine Chance ;)

 
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So, ich hoffe, das hilft Euch, falls die besagten Herren mal vorbeischauen sollten ;)
Habt Ihr noch weitere Tricks auf Lager?

Wir werden jetzt schlafen; ich wünsche Euch eine entspannte und geruhsame Nacht!

Alles Liebe

Eure Küstenmami



Freitag, 29. Mai 2015

"Sie haben es nicht in den Recall geschafft": Unser Neugeborenen-Hörscreening

 

 
Hallo Zusammen,
 
die Nachricht "Du hast es in den Recall geschafft" ist eine, die normalerweise immensen Jubel auslöst. Alle werfen die Arme in die Luft, umarmen und freuen sich und sind ein bisschen erleichtert. Jedenfalls im Fernsehen. Wir jedoch hatten, ehrlich gesagt, auf das Gegenteil gehofft. Den "Recall" kannten wir nämlich schon. War kein schönes Erlebnis.
 
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Wovon rede ich hier? Sollte ich meine winzig kleinen Küstenkids etwa in eine dieser Fernsehshows für angehende Medientalente geschleppt haben? Nein, Ihr könnt ganz beruhigt sein, das war nicht der Fall. Auch wenn die Darsteller dort immer jünger werden - das würde mir im Traum nicht einfallen.
 
OK, wenn die Kinder es später unbedingt wollen und mindestens 34 Jahre alt sind, meinetwegen ;) Dann wäre ich vielleicht sogar ein klein wenig stolz auf sie. Aber dazu reichen mir eigentlich auch die Sitztanzeinlagen in der musikalischen Frühförderung. Was wir neulich vorhatten, war auch keine Kür, sondern Pflicht: Wir mussten zum Neugeborenen-Hörscreening.
 
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Das Neugeborenen-Hörscreening ist eine Früherkennungsuntersuchung auf Hörstörungen bei Neugeborenen. Es ist eine Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung und sollte bei jedem Neugeborenen durchgeführt werden. Meist geschieht das bereits in der Klinik, wenige Tage nach der Entbindung. Wenn man dort nicht oder nicht lange war, kann man das Neugeborenen-Hörscreening aber auch beim Kinder-HNO machen lassen. Dies war bei uns der Fall, und ich muss zugeben, ich hatte ganz schön Bammel davor.



Wir kannten das nämlich schon von unserem "Großen". Damals war die ganze Veranstaltung ein Riesen-Theater gewesen. Denn bei der Untersuchung bekommen die Kinder so einen Stöpsel ins Ohr, der einen Sondenton aussendet, auf den das Ohr des Kindes dann antworten soll. Am besten ist es, wenn das Baby dafür vorher getrunken hat und fest schläft. Laut Wikipedia ist die Durchführung der Untersuchung so einfach, "dass sie auch von nichtärztlichem Personal (z. B. auf der Neugeborenenstation) durchgeführt werden kann." Das erfuhren wir aber erst hinterher. Der damals beteiligte Arzt schien das auch nicht zu wissen. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Untersuchung in der Regel nur wenige Minuten dauert und für das Baby "völlig schmerzlos und in keiner Weise belastend" ist, wie die Deutsche Kinderhilfe e.V./Aktion Frühkindliches Hören angibt.

Er stocherte jedenfalls ziemlich hilflos und ziemlich lange in den Ohren unseres Küstenjungen herum, konnte nicht messen oder bekam nicht die gewünschten Ergebnisse, probierte weiter, bekam die Stöpsel nicht wie vorgesehen hinein oder nicht so, dass das Richtige dabei herauskam, stocherte erneut, und zwar so lange und gründlich, bis unser tapferer kleiner Schatz schließlich irgendwann richtig wach war und weinte, so dass der Arzt den eigentlichen Hörtest nicht mehr 'hören' konnte. Daraufhin bekamen wir die beunruhigende Mitteilung, dass man uns nicht garantieren könne, "dass das Kind eine normale Sprachentwicklung durchlaufen würde".
Na, danke! Wir waren bedient. Und wir mussten nochmal hin und zitterten bis dahin um unser Kind. Das Ganze klärte sich zum Glück bei der Nachuntersuchung auf: Unser Küstenjunge hört ausgezeichnet - nur nicht auf uns.



Aufgrund dieser Erfahrungen war ich dieses Mal, als unser kleines Küstenmädchen an der Reihe war, ziemlich nervös und hatte Angst vor neuen Schwierigkeiten. Diese deuteten sich bereits bei der Planung an: Es war richtig schwer, einen Termin zu bekommen. Schon beim Rumtelefonieren musste ich mir von verschiedenen Arztpraxen anhören, dass wir damit spät dran seien und warum das nicht in der Klinik gemacht worden sei. Das hätte ich auch nicht gedacht: Das man mit einem wenige Wochen alten Neugeborenen bereits "spät dran" ist. Unser Kinderarzt hingegen war nett, sagte "Kein Problem" und stellte uns einfach eine Überweisung aus.



Wir bekamen dann auch einen Termin in einer richtigen HNO Klinik. Dort tauchten wir mit beiden Kindern auf - der "große" Rabauke war hellwach, die kleine Maus schlief fest. 'Wunderbar', dachte ich mir, 'bloß schnell mit der Untersuchung anfangen.' Leider war ich die einzige, die das dachte, denn alle anderen hatten Zeit. Zeit für die Formalitäten - man muss natürlich erst eine Anmeldung ausfüllen und die Einverständniserklärung unterschreiben. Zeit für's Wartezimmer - in dem eine Menge älterer und vor allem lauter Kinder tobten. Ich wurde immer nervöser. "Ganz ruhig", sagte mein Mann, "das überträgt sich sonst!" Wie recht er hatte: Die Kleine schlug die Augen auf. Glücklicherweise nur kurz, dann nickte sie wieder ein. Ich flitze zur Anmeldung und drängte zur Eile. Ich machte "Sch - schhhhh!" zu allen auf dem Flur Wartenden - ins eigentliche Wartezimmer hatten wir uns nicht getraut. Ich machte sogar "Schhh!" zu einem der Ärzte, der es wagte, die Nase aus seinem Behandlungszimmer zu stecken und laut (!) den nächsten Patienten aufzurufen. Unser Küstenmädchen wachte trotzdem wieder auf. Oder deswegen? "Das klappt nie!" resignierte ich.



"Du bist zu unentspannt" erwiderte der Göttergatte. Wie bitte?! Auch wenn er - ausnahmsweise - recht hatte, half das jetzt nicht wirklich. Doch da sagte eine leise Stimme: "Kein Problem, das kriegen wir hin." Eine freundlich Frau stand neben uns. "Folgen sie mir!" Und sie war wirklich freundlich, schnell und geschickt. Leitete uns in das Untersuchungszimmer, ließ mich gar nicht erst die Vorrede mit all meinen Bedenken äußern, die mir schon auf der Zunge lagen, sondern stecke unserer Tochter einfach ein kleines Gerät ins Ohr - und maß. "Das sieht gut aus", meinte sie, quasi sofort. "Wir sind durch, der Doktor spricht gleich noch mit Ihnen und teilt Ihnen das Ergebnis mit." Wir waren schon fertig? Ich war verdattert - aber der Frau zutiefst dankbar. Unser kleines Töchterchen sah friedlich aus, sie hatte kaum etwas mitbekommen; das Gerät war schon wieder fort. Also alles gut gelaufen?

Der Arzt, der uns nach einer kurzen Wartezeit zu sich ins Zimmer bat, war derselbe, den ich zuvor "geschhhht" hatte. Das war mir jetzt natürlich peinlich. Auch die anderen Kinder im Warteraum kamen mir übrigens gar nicht mehr laut vor. Ach ja, Mami!



Und dann kam es, das erlösende Ergebnis: "Sie haben es nicht in den Recall geschafft", verkündete der Arzt. "Ihre Tochter hört völlig normal." Das Küstenmädchen machte ein unbeteiligtes Gesicht. Wenn überhaupt, schien sie zu denken 'War klar, oder?!' Und wir, wir sahen uns an und strahlten über das ganze Gesicht.

***
Welche Erfahrungen habt Ihr bei Euren Kindern mit dem Neugeborenen-Hörscreening gemacht? Oder mit anderen Höruntersuchungen? Habt Ihr Empfehlungen?

Einen schönen Freitagabend wünscht Euch

Eure Küstenmami
 

Freitag, 22. Mai 2015

Rezension: "Die Nabel der Welt" von Nadine Luck


Hallo Zusammen,
 
manchmal bin ich schon froh, meine beiden Küstenkids in Deutschland zur Welt gebracht zu haben, und nicht, sagen wir mal, in Mexiko oder bei den Diola im Senegal. So konnte ich sowohl meinen Geburtsschmerz als auch - später - meine Freude herausschreien. Das ist ja nicht jedermanns Sache - aber mir persönlich hat es gerade gegen Ende sehr geholfen. In Mexiko jedoch hätte ich dafür statt Mitgefühl Spott geerntet. Noch schlimmer im Senegal: Dort hätte nicht nur mein sozialer Status gelitten, ich wäre womöglich sogar aus der Gemeinschaft der Dorffrauen ausgestoßen worden. In der Türkei wiederum hätte ich für meine spitzen Schreie im nachhinein viel Gold bekommen - in Form von Geschenken.

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Woher ich das alles weiß? Klar, ich hätte mich auf einer multikulturellen Mami-Party informieren können, habe dann aber doch lieber zu Nadine Lucks Buch "Die Nabel der Welt" gegriffen. Hier erfährt man auf 281 Seiten, welche witzigen, skurrilen und erschreckenden Bräuche und Traditionen es rund ums Kinderkriegen so alles gibt. Unter humoristischen Überschriften versammelt die Autorin, die übrigens auch einen lesenswerten Blog schreibt, viel Wissenswertes oder auch schlicht Kurioses, von der Zeugung bis zum ersten Geburtstag des geliebten Kindes. Das im CONBOOK Verlag erschienene Buch ist in überschaubare Kapitel aufgeteilt, die sich auch mal schnell zwischendurch oder beim abendlichen Stillen lesen lassen. Es ist als E-Book oder als Paperback erhältlich, wobei im "echten" Buch freundlicherweise ein Code enthalten ist, mit dem man sich einmalig kostenlos eine E-Book-Ausgabe herunterladen kann.
 
In die Kapitel eingebettet sind zudem die Rubriken "Gut zu wissen", "Ticker-Info", "Historisch", "Rezept" und "Ammenmärchen", die einen mit weiteren Informationen versorgen oder auch weit verbreitete Mythen entlarven, wie etwa, dass Mädchen von Anfang an auf Rosa und Jungs auf Hellblau geeicht sind. Bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts war nämlich genau das Gegenteil der Fall: Rosa war die Jungs-Farbe und Hellblau den Mädchen vorbehalten. Wie kommt's? Tsja, Rosa galt als das "kleine Rot", wobei Rot mit Kampf, Leidenschaft und - ja, genau - Männlichkeit assoziiert wurde. Blau hingegen als Farbe der Jungfrau Maria stand für das Weibliche schlechthin :)
 
 
Manche Bräuche liegen dabei geographisch gesehen gar nicht so fern, erscheinen aber - gerade im 21. Jahrhundert - äußerst fremdartig, wie etwa die niederbayrische Tradition, den Eltern eines Mädchens den Begriff "Bixnmocharei", also "Büchsenmacherei" an die Hauswand zu schmieren. Zeugt nicht gerade von einer feministischen Einstellung, oder? Doch nicht nur in Deutschland, so wird besonders in den postnatalen Kapiteln deutlich, sondern auch in weiten Teilen der Welt ist es leider immer noch von Vorteil, einen Jungen und nicht ein Mädchen zu bekommen.
 
Damit sind wir auch schon bei den Problemen, die bei Nadine Luck meist humorvoll verpackt, aber dennoch benannt werden. Bräuche und Traditionen bringen eben nicht nur die Tugenden einer Gesellschaft, wie beispielsweise das liebevolle Umsorgen der Schwangeren nach der Geburt, sondern auch deren Kehrseiten ans Tageslicht; zum Beispiel, wenn frisch gebackene muslimische Mütter den Koran weder anfassen noch lesen dürfen, weil sie in der Zeit des Wochenflusses als "unrein" gelten.
 
Viele Gepflogenheiten haben allerdings auch einen ernsten Hintergrund und dienen dazu, die Hygiene zu verbessern bzw. die Kindersterblichkeit zu verringern. Dies könnte etwa bei den Babys auf Bali zutreffen: Sie dürfen in den ersten sechs Lebensmonaten nicht den Boden berühren und genießen stattdessen den Luxus, ständig getragen zu werden.
 
Nicht nur beim Tragen sondern auch bei der Wahl des Geburtsortes oder der Frage, wie Babys schlafen sollen, scheiden sich ja hierzulande die Geister. Da hilft vielleicht ein Blick rechts und links über die Grenze: Nadine Luck zeigt zum Beispiel, dass gleich nebenan in Holland 20 bis 30 Prozent der Geburten Hausgeburten sind, während in Deutschland nur zwei Prozent der Schwangeren außerhalb eines Krankeshauses entbinden. Zum Thema Schlaf fand ich den von Frau Luck zitierten Ausruf einer Maya-Frau bemerkenswert, die schockiert nachfragte, als sie erfuhr, dass nordamerikanische Säuglinge nachts in einem anderen Raum schlafen als die Eltern: "Aber es bleibt jemand bei ihnen, nicht?" Insofern kann man das Buch auch als Plädoyer für mehr Toleranz in Geburtshilfe und Kindererziehung lesen :)

Mich persönlich hat besonders das Kapitel über den Umgang mit der Nachgeburt, der ausgestoßenen Plazenta berührt. Schließlich ist sie das Organ, das meine Kinder in der Zeit in meinem Bauch ernährt hat! Je nach lokaler Tradition, so erfährt man, wird sie feierlich bestattet, gegessen oder zur Herstellung von besonders wohltuenden Kosmetika verwendet. Besitzt man in Deutschland ein Einfamilienhaus samt Garten, pflanze man jedoch tunlichst einen Birn- oder Apfelbaum darauf. Das hört sich ein bisschen seltsam an - aber wer weiß, vielleicht würde eine solche "Düngung" unserem Apfelbaum gut tun?!
 
Schön fand ich auch die Geschichte von der so genannten "Glückshaube": Die hat ein Säugling auf, wenn er mit der Fruchtblasse über dem Kopf auf die Welt kommt. Dies bringt dem Volksmund nach Glück oder wird, jedenfalls bei den Maya, zu einer Berufung: Hat ein neugeborenes Mädchen ein Stück davon im Gesicht, wird sie womöglich später Hebamme. Na dann ist ja alles klar, kleines Küstenmädchen!
 
Apropos Hebammen: Gerade angesichts der aktuellen Debatte um die Notwendigkeit, die Entlohnung und die Versicherung von Hebammen ist das entsprechende Kapitel in "Die Nabel der Welt" lesenswert, das mehr als deutlich zeigt, dass es weltweit nicht ohne geht. In Bulgarien weiß man das offensichtlich besser als in Deutschland: Dort haben die Hebammen sogar ihren eigenen Feiertag.
 
 
Fazit:
 
Ein witziges, kurzweiliges und lesenswertes Buch, das gerade für junge Eltern bzw. Eltern in spe empfehlenswert ist. Und ein Blick über den Tellerrand schadet ja nie - dann relativiert sich vielleicht manches allzu strenge Paradigma hierzulande :)
 
 Und wenn Ihr Euch gern selbst einen Eindruck verschaffen wollt, habe ich hier noch ein "Goodie" für Euch: Mit einem Klick gelangt Ihr zu dem Kapitel Guten Abend, gute Nacht: Das Sandmänchen international, in das Ihr schon mal kostenlos reinschnuppern könnt!
 
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Viel Spaß beim Lesen wünscht
 
Eure Küstenmami
 
 
Das Rezensionsexemplar von "Die Nabel der Welt" wurde mir freundlicherweise vom CONBOOK Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt.
 


Freitag, 8. Mai 2015

Wunderschöne Geschenke zur Geburt

 
 
Hallo Zusammen,
 
es gibt ja kaum einen schöneren Anlass zum Schenken als die Geburt eines Kindes. Doch was passt? Was können Eltern und Kind wirklich brauchen, worüber freuen sie sich? Was ist witzig und originell?
 
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Mehrere von Euch haben mich in letzter Zeit nach Tipps für liebevolle und nützliche Geschenke zur Geburt gefragt. Da haben wir natürlich Erfahrung ;) Denn wie Ihr wisst, sind wir nach der Geburt unseres geliebten Rabauken vor 16 Monaten jetzt gerade erst wieder Eltern einer wunderbaren kleinen Tochter geworden! Zu beiden Anlässen sind wir reich beschenkt worden. Deshalb dachte ich, ich stelle Euch mal eine Auswahl dieser Geschenke vor - vielleicht ist ja auch etwas für Euch dabei?
 
Zunächst aber möchte ich DANKE sagen, und zwar all den lieben Menschen, die an uns gedacht und uns so einzigartig und großzügig beschenkt haben. Ihr lieben Freunde, Familienmitglieder, Nachbarn, Bekannte, Kollegen, Leser, Partner undundund - ganz herzlichen Dank an Euch alle!!!
 
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 Und jetzt geht es los mit den Geschenken :)

Oftmals werden zur Geburt Kleidungstücke für das Neugeborene geschenkt. Hier bietet es sich an, entweder eine kleine Größe zu wählen (50/56), so dass die niedlichen Klamotten sofort angezogen werden können, oder aber bewusst größere Kleidung (ab 62/68) zu schenken, über die sich die Eltern auch in ein paar Monaten noch freuen.

Wir haben echt süße Sachen für unser kleines Küstenmädchen bekommen...







Ihr seht schon, unsere rosa Zeit ist nicht vorbei!!!

Eine gute Idee ist es, die Eltern zu fragen, was ihnen zur Grundausstattung, die meist schon vorhanden ist, noch fehlt.



Dann kann man entweder Kleidung für den täglichen Gebrauch schenken, oder - falls diese bereits angeschafft wurde - bewusst etwas Ausgefallenes. Accessoires wie Mützen oder Halstücher sind ebenfalls beliebte Geschenke. Davon kann man ja nicht genug haben - finde ich jedenfalls ;)
  

Socken gehen immer - besonders so süße, selbstgestrickte!



Selbstgemachte oder selbstgebastelte Geschenke sind wirklich etwas Besonderes, wenn man entsprechend begabt ist. Schön und nützlich zugleich ist dieses zauberhafte Klemmbrett, an das wir die Gratulationskarten gepinnt haben...



Genau, eine nette Karte muss auch immer dabei sein! Diese hier fand ich besonders witzig, denn sie verändert sich entsprechend, wenn man an der Lasche unten zieht :)





Zum Verschenken bietet sich auch alles rund um das Thema "Baden" an, denn die meisten Eltern freuen sich riesig auf das erste Badevergnügen mit ihrem Kind.
 


 Einige der schönen Kapuzenhandtücher, die wir geschenkt bekommen haben, habe ich Euch ja neulich schon in meinem Post zum Baden unserer kleinen Maus gezeigt. Ach, das erste Mal war wirklich ein besonderes Ereignis! Die kuscheligen Handtücher kamen voll zum Einsatz!


Wo wir gerade beim Baden sind: Pflegeprodukte kommen ebenfalls gut an, nicht nur für das Baby, sondern auch für die Mutter, die nach den Anstrengungen der Geburt ja ein bisschen verwöhnt werden soll...





Falls gestillt wird (am besten vorher erkundigen), bieten sich Spucktücher bzw. Mullwindeln als Geschenk an. Trotz des profanen Namens bekommt man heutzutage sehr liebevoll gestaltete Stücke, die praktisch sind und das Stillen (noch) schöner machen.



Ein kleines Baby kann sich noch nicht so viel bewegen. Doch selbst die Kleinsten können bereits nach bunten Mobiles Ausschau halten oder Musik hören. Letztere hilft auch beim Einschlafen...



Ein schöner Löffel oder ein qualitativ hochwertiges Besteck sind ebenfalls tolle Geschenke zur Geburt, die das Kind lange begleiten können. Das kann ein altes Erbstück mit neuer Gravur sein oder ein Kinderbesteck mit lustigen Motiven.




 
Eine große Hilfe für frisch gebackene Eltern ist ein Topf mit leckerem Essen für die ersten Tage nach der Geburt. Das kann z.B. ein vorbereiteter Auflauf sein, den man nur noch in den Ofen schieben muss, oder die berühmte stärkende Wochenbettsuppe (hier findet Ihr Rezepte). Doch auch süße Leckereien schmecken der ganzen Familie!

 
 Oder wie wäre es mit einem Gutschein, z.B. für Babysitten?
 
Blumen für die frisch gebackene Mutter sind ein Klassiker. Eine schöne Idee ist, sie im Topf zu schenken (dann halten sie länger) oder gar eine Pflanze für den Garten auszuwählen (macht ebenfalls lange Freude). Falls die Familie einen Garten hat, sind ein paar Samentüten toll, dann können alle später gemeinsam pflanzen.
 
 
Das Geschwisterkind freut sich natürlich auch sehr über Aufmerksamkeiten! Unser Küstenjunge war jedenfalls begeistert, dass die Besucher nicht nur sein Schwesterchen sehen wollten, sondern auch an ihn gedacht hatten. Hier eignen sich Spielzeuge, die der Altersstufe entsprechen, oder ein kleines Büchlein zu einem Thema, das gerade "dran" ist.


 


 
Was immer Anklang findet, ist ein Mix aus liebevoll zusammengestellten Kleinigkeiten, wie dieses süße Körbchen voller "Goodies".
 
  
Wenn man sich nicht entscheiden kann oder zu mehreren schenkt, ist ein Mix aus Sachen ebenfalls toll - für jeden in der Familie ist etwas dabei!


 
Ach, wir haben wirklich wundervolle Geschenke bekommen - nochmal ein großes DANKE! Ich würde Euch am liebsten noch viel mehr zeigen - aber irgendwann muss dieser Post ja auch ein Ende haben ;)

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Was habt Ihr zur Geburt geschenkt bekommen oder selber verschenkt? Welche Geschenke könnt Ihr empfehlen?

Alles Liebe und ein schönes Muttertags-Wochenende

Eure Küstenmami