Moin, Ihr Lieben!
Heute habe ich wieder einen nicht so ganz leichten, aber wichtigen Blog-Artikel für Euch. Die Überschrift verrät es schon: Es geht um das Thema Kinderwunsch, bzw. den (noch) unerfüllten Kinderwunsch.
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Ja, tatsächlich, den kann man auch beim dritten Kind noch haben! Denn ich glaube, Ihr wisst oder ahnt zumindest, dass wir uns ein drittes Kind wünschen. Trotz oder gerade wegen des Verlusts unseres kleinen Küstenminis, das uns im Frühjahr viel zu früh wieder verlassen hat...
Wir sind sehr glücklich und zutiefst dankbar für unsere wunderbaren, putzmunteren Küstenkinder, unseren 'großen' Küstenjungen und das kleine Küstenmädchen. Dennoch ist da noch ein Platz frei in unserer Familie, ein Platz für ein weiteres kleines Wesen, das wir so unglaublich gern im Arm halten und auf seinem Weg ins Leben begleiten würden.
Eigentlich denke ich, dass wir nur geduldig sein müssen und vielleicht schon bald wieder hoffen dürfen. Doch manchmal, des Nachts, überfallen mich Zweifel und eine unglaubliche Sehnsucht. Dann quellen die Gefühle aus mir heraus, und ich will nichts, als dieses Baby, das es noch gar nicht gibt, erst in und dann auf meinem Bauch spüren und es halten und lieben.
In einer solchen Nacht ist dieser Brief entstanden, ein Brief an "unser" Baby...
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Hallo mein Liebes, mein liebes Kleines, mein Baby.
Du hast noch keinen Namen, eigentlich "gibt" es Dich noch gar nicht, aber ich habe schon von Dir geträumt. Neulich erst wieder. Es war eine komische, fast schon fröhliche Situation: Du, so klein Du noch warst, bist tatsächlich auf meinen Rücken geklettert, hast mir frech über die Schulter geguckt und ganz schelmisch gegrinst. Wie ein kleiner Affe hast Du auf mir gesessen!
Und dann wieder lagst Du in meinem Arm, die Augen geschlossen. Nur Dein Mund hat kleine Saugbewegungen gemacht, so als ob Du im Schlaf nuckelst. Du sahst so glücklich und zufrieden aus, mein kleines Mädchen. Ja, in meinen Träumen bist Du ein winziges süßes Mädchen, unglaublich schön und rosig.
Den Traum von Dir hatte ich zu einem Zeitpunkt in meinem Zyklus, an dem ich gar nicht schwanger gewesen sein konnte. Und dennoch war ich mir sowohl nachts als auch am nächsten Morgen sicher: Du bist irgendwo da draußen. Komisch, nicht wahr? Ausgerechnet ich denke so etwas! Ich, die ich sonst die Rationale und Vernünftige bin, und mein Herz oft, vielleicht zu oft festhalten muss.
Doch jetzt, ein paar Tage später, bin ich schon wieder unsicher: Ist es so, wie ich geträumt habe? Wird es jemals so sein? Wartest Du auf uns, so wie wir auf Dich warten? Kommst Du zu uns, wenn Du dazu bereit bist, wenn wir dazu bereit sind?
Verzeih, mein Baby, ich bin wie ein schwankendes Rohr im Wind, meine Gefühle gehen auf und ab. Sind das die Hormone? Den einen Tag fühle ich mich leicht und zuversichtlich, den nächsten steinschwer, als ob er kaum zu schaffen wäre. Dann verliere ich die Hoffnung, dann weiß ich nicht mehr ein noch aus, nicht mehr wohin mit meinen Gefühlen. Nur eins weiß ich ganz sicher: Dass ich Dich will.
Denn ich warte auf Dich, mein Baby. Manche werden sicher sagen, dass Warten nichts bringt oder dass wir ja noch gar nicht lange warten. Objektiv betrachtet stimmt das sicher, doch subjektiv kommt es mir wie eine Ewigkeit vor. Und, vernünftig oder nicht, ich kann es nicht ändern: Ich warte.
Ich weiß nicht, ob Du nochmal kommst. Zu uns kommst, meine ich. Ich weiß nicht, ob ich je das Glück haben werde, Dich im Arm zu wiegen, Dich zu spüren, meine Nase in Deinem Haar zu vergraben und Deinen unendlich süßen, unvergleichlichen Duft einzuatmen.
Ich weiß nicht, ob ich Dich jemals halten, Dich trösten, Dich nähren und in den Schlaf begleiten darf. Ich weiß nicht, ob Du meine Geduld auf die Probe stellen, meine Kraft an ihre äußersten Grenzen treiben und mein Leben erneut durcheinander wirbeln wirst.
Ich weiß nicht, ob Du unser verlorenes Baby bist, unser kleines Küstensternchen, das doch wieder zurück kommt, oder ein Teil von ihm oder jemand ganz anderes. Ich glaube eher Letzteres, weil ich denke, dass jeder Mensch und jede Seele einmalig ist, zu seiner Zeit. Aber wissen kann ich es nicht.
Ja, ich warte auf Dich, obwohl ich noch nicht mal weiß, wer Du bist. Obwohl ich Dich nicht kenne. Nur eine Ahnung von Dir habe ich. Aber an der halte ich fest, an die klammere ich mich, an schlechten Tagen, in schwachen Stunden, wenn ich fast vom Glauben abfalle. Vielleicht ist es auch nur ein Wunsch, eine Sehnsucht, meine Sehnsucht, meine unendliche Sehnsucht, die mich hoffen lässt: Es gibt Dich. Und vielleicht, oh vielleicht auch für uns.
Mein Baby. Mein geliebtes, ersehntes Baby. Bitte komm zu uns. Bitte lass Dir nicht mehr allzu viel Zeit; ich weiß nicht, ob wir sie noch haben. Ich verspreche Dir, ich werde nicht perfekt sein, ich werde keine perfekte Mutter sein. Aber ich werde gut für Dich sorgen und für Dich da sein, was auch geschieht. Und ich werde Dich lieben, unendlich lieben. Wir alle werden Dich lieben, wer immer Du bist. Du wirst es richtig gut bei uns haben.
Ich warte auf Dich, mein Baby. Ich weiß nicht, ob Du jemals kommst. Aber ich kann nicht aufhören, auf Dich zu warten.
Deine Mami
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Könnt Ihr mich verstehen? Könnt Ihr mir Mut machen? Wenn Ihr mögt, freue ich mich über ein paar liebe Worte.
Und macht Euch keine Sorgen: Hier im Norden ist das Wasser manchmal kalt, aber ich kann schwimmen; das wisst Ihr von mir.
Habt einen guten Tag, so gut es irgend geht!
Eure Küstenmami
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