Montag, 5. September 2016

Urlaub mit Kindern: Ich will Spaß, ich geb' Gas - Erlebnisbericht einer Autofahrt mit Kind

 
Moin, Ihr Lieben!
 
Wenn Ihr das hier lest, sind wir wahrscheinlich gerade zu Hause angekommen. Vielleicht rennen die Kinder just in diesem Moment glücklich die Auffahrt hoch und begrüßen die Katzen, vielleicht läuft auch schon die erste Wäsche. Wir räumen das Auto leer und die vielen Mitbringsel aus Dänemark in die Schränke. Aus unseren Schuhen rinnt noch ein bisschen Strandsand und aus unseren Herzen etwas Wehmut. Wahrscheinlich sind wir ziemlich müde und müssen erstmal ankommen.
 
Deshalb werde ich hier noch einmal von einer lieben Blogger-Kollegin mit einem tollen Gastbeitrag vertreten. Ab Mittwoch könnt Ihr dann wieder von uns und natürlich alles über unseren wunderbaren Dänemark-Urlaub lesen!
 
Passend zu unserer Rückreise schreibt Julia von dem wunderbar authentischen und witzigen Blog Frieda Friedlich heute auch über eine längere Autofahrt mit Kind. Ihr Erlebnisbericht knüpft gewissermaßen an die Tipps zum Autofahren mit Kindern von Stephanie an, obwohl Julia ganz andere Erfahrungen gemacht hat. Die beiden Beiträge ergänzen sich also wunderbar - aber lest selbst!
 
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Urlaub mit Kindern: Ich will Spaß, ich geb' Gas. Erlebnisbericht einer Autofahrt mit Kind

Auf Frieda Friedlich bloggt Julia, lebenslustige Lehrerin für Sonderpädagogik, über den ganz normalen Wahnsinn mit dem Mini-Menschen-Mädchen Frieda (12.2014) und der betagten Hundedame Grete. Die drei Mädels wohnen mit Papa Guido in der für sie schönsten Stadt der Welt, mitten im Herzen von Köln. Auf dem Blog gibt es tolle und vor allem ehrliche Berichte über alles was Eltern interessiert und obendrein viele Einblicke in den Familienalltag, aber auch Produktvorstellungen, Gewinnspiele und Bücherrezensionen. Julia schreibt von Liebe, Unternehmungen und Urlauben, aber eben auch von Problemen, Konflikten und Gedanken. Bei ihr gibt es definitiv keine Lifestyle-Fotos !

Als die kleine Frieda auf der Welt war, hatte Julia ein so wahnsinnig großes Bedürfnis sich irgendwie mitzuteilen. Sie wollte jedem erzählen, was sie anders mach(t)e, als viele Freunde oder Familienangehörige ihr rieten und warum. Sie wollte mich aber auch selbst weiterentwickeln, viel Neues erfahren, Gleichgesinnte finden und sich mit ihnen austauschen. Nach und nach stellte sie dann ihr Equipment vor, das sich bei der kleinen Familie als sehr hilfreich und kaum mehr wegzudenken erwiesen hat.

Julia will und wird mit ihrem Blog übrigens kein bares Geld verdienen. Es ist und bleibt ein liebgewonnenes Hobby, denn ihr Brotjob ist eben ein anderer - und den liebt sie eben auch sehr!

Die besten Ideen kommen Julia meistens beim Staubsaugen. Sie bloggt vor allem abends, wenn Frieda schon friedlich in ihrem Bettchen schlummert. Da sie abends aber immer selber so im Eimer ist und höchstens noch ein Stündchen oder zwei durchhält, bloggt Julia eben auch nur, wenn es passt. Manchmal kommen 2-3 Tage keine Beiträge aus Frieda Friedlich. Es darf und soll auch nicht stressen und zu einer Pflicht werden.

Mehr erfahren kann man über Julia, Guido, Frieda und Hundedame Grete auf ihrem Blog selbst und den Socialmedia-Kanälen, z.B. auf Facebook und Instagram. Oder natürlich im persönlichen Gespräch und ihr trefft die kleine Familie auf einen Kaffee in Köln.

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Ich will Spaß, ich geb’ Gas
 
- Erlebnisbericht einer Autofahrt mit Kleinkind -

 

Es ist 9:12 Uhr. Wir sitzen im Auto und sie kann losgehen, unsere kleine-große Reise. Seitdem unser Mini-Menschen-Mädchen unser Glück perfekt macht, treten wir nun wahrlich keine langen Reisen mehr an. Früher zog es Guido, unsere Hundedame Grete und mich mit dem Auto nach Italien, Schweden, Irland oder nach Korsika. Jetzt düsen wir in Deutschland herum oder in benachbarte europäische Regionen. Das ist für uns ebenfalls wunderschön und so sehen wir Ecken, die wir sonst wahrscheinlich niemals gesehen hätten. Bereits von Anfang an hat unsere Frieda das Autofahren nämlich gehasst. Während andere Eltern extra eine Runde um den Block fuhren, damit das frischgeschlüpfte Wesen schnellstmöglich zur Ruhe kommen kann, hatten wir schon die Panik in den Augen, wenn es nur für eine Stunde auf die Piste ging. Unsere Frieda schrie nicht nur, sie weinte richtige Tränen und war furchtbar unglücklich. Zum Glück mussten wir nicht unbedingt und schon gar nicht regelmäßig mit dem Auto los. Mit der Zeit und dem Wechsel von der Babyschale in einen Kindersitz wurde es langsam ein kleines bißchen besser. Inzwischen ist unsere Frieda 20 Monate, aber sie ist immer noch nicht die pflegeleichteste Beifahrerin. Nun weint sie nicht mehr, sondern nörgelt „nur“, wenn wir sie nicht permanent bei Laune halten.



Es ist also 9:12 Uhr. Wir sitzen im Auto und es kann endlich losgehen. Diesmal geht es zu Oma und Opa nach Niedersachsen und rund 4 Stunden Fahrt (mit ausreichend Pausen) stehen uns bevor. Jetzt könntet ihr ja sagen: „Wow. Um 9 Uhr mit Gepäck, Kind und Kegel im Auto zu sitzen, ist aber echt gut in der Zeit. Und 4 Stunden ist doch echt nix“. Stimmt. Zumindestens ein kleines bißchen, aber hinter uns liegen bereits spannende drei Stunden und vier noch abenteuerlichere stehen uns noch bevor. Und dass wir uns mit unserem Mini-Menschen-Mädchen keine besonders langen Autofahrten vornehmen, hat ja nunmal auch seinen Grund. Das Mini-Menschen-Mädchen bekommt natürlich trotz Reiseplanung weitestgehend ihre üblichen Abläufe. Wir werden meistens so gegen 6 Uhr wach. Es wird gefrühstückt, gespielt, sich angezogen, gelesen, gemalt,… ihr kennt das. Währenddessen wirfst du dann aber noch zahlreiche Dinge in die Taschen und Koffer, die ja in der Nacht oder sogar heute morgen noch in Benutzung waren. Nachtlicht, Bettschlange, Kuschelkissen, Zahnbürste und sonstiges Hygienezeugs. Du nimmst auch noch die restliche, hoffentlich jetzt doch trockene, Wäsche vom Ständer und stopfst sie noch irgendwie irgendwo rein. Auch die letzten Lieblingsspielsachen sammelst du zusammen. Dass da ein kleines Wesen dein Vorhaben sabotiert und alles wieder aus dem Kinderkoffer hinausbefördert, lassen wir an dieser Stelle einfach mal unkommentiert. Das gerade noch verwendete Geschirr spülst du wenigstens kurz ab, bevor es doch in die Maschine wandert und auch den Haufen Sand, der soeben aus einem Paar Kinderschuhe rieselte, fegst du auf. Du willst ja nach deiner Rückkehr aus dem Urlaub auch nicht gerade in eine unaufgeräumte Bude kommen.

 

Zwischendurch ruft das Mini-Menschen-Kind nach dir, wird etwas weinerlich. Es braucht Aufmerksamkeit, Nähe, vielleicht etwas warmen Tee oder oder oder. Kurz innehalten und durchatmen. Wir sind nicht auf der Flucht und müssen zum Glück nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo sein. Dennoch denkst du schon an die unzähligen Dinge, die noch gemacht werden müssen, die nicht vergessen werden dürfen. Derweil läuft der Mann gefühlte 100 Mal zum Auto, lädt ein, packt um. Und am Ende steht das Auto vor der Tür, alle Koffer und Taschen sind drin, der Hund steht angeleint neben dir im Treppenhaus und du riechst…Und dann latschen doch wieder alle rein, denn es muss vor dem Start noch eine frische Windel her. Das Mini-Menschen-Kind versuchst du dann mit irgendwelchen Tricks von einer friedlichen Windel-Tausch-Kooperation zu überzeugen. Mit etwas Feingefühl gelingt es dann auch einige Zeit später. Yeah!

 

Es ist 9:12 Uhr und die Fahrt kann tatsächlich endlich losgehen. Eigentlich bist du jetzt schon fix und fertig genug dir diese Reise-Nackenrolle einfach hinter den Kopf zu legen, die Augen zu schließen und dich wegzubeamen. Am liebsten an den Zielort. Leider war das alles ja erstmal nur das Warm-up. Das richtige Match steht noch aus. Als erstes reichst du die Teeflasche nach hinten. Dann eines der Lieblingsbücher. Ihr habt noch nicht einmal die Autobahnauffahrt erreicht und euren Heimatort verlassen, lässt auch schon das Nörgeln nicht lange auf sich warten. Könnte das Mini-Menschen-Kind schon sprechen, würde bereits jetzt die berühmt-berüchtigte Frage “Wann sind wir endlich da?“ von hinten erklingen. Wenn ihr jetzt nicht Gelassenheit bewahrt, liegen eure Nerven bald blank und ihr haltet womöglich keine vier Stunden Fahrt mit einem guten Gefühl aus.



Irgendwann scheint dann ein Quetschie ein kleiner Rettungsanker zu werden, aber es dauert gar nicht lange und der Inhalt ist überall verteilt. Zum Glück habt ihr euch beim Autokauf für gut abwaschbare Ledersitze entschieden. Dann drehst du das Lieblingslied des kleinen Wesens voll auf. Auf Repeat versteht sich, klatscht und singst und drehst vor Begeisterung vollkommen durch. YEAH! Das Lied geht dir so schnell auf den Zeiger, du reißt dich aber echt zusammen und schickst dabei Stoßgebete in den Himmel. Natürlich bist du nämlich so schlau und bist zu einer Uhrzeit losgefahren, bei der die Wahrscheinlichkeit, dass das Mini-Menschen-Kind recht flott müde werden und einschlafen könnte, ziemlich groß ist. Nach gut einer Stunde Fahrt ist es dann auch soweit. Durchatmen! Eigentlich hattest du dir ein spannendes Buch mitgenommen, das du endlich mal lesen wolltest wenn das Kind schläft. Nun bist du aber selbst schon so im Eimer, dass du es vorziehst ebenfalls die Augen zu schließen. Wird das Mini-Menschen-Kind dann wieder wach, braucht es in der Regel SOFORT die nächste Pause. Du fühlst dich nicht viel ausgeruhter, auch wenn es hinten auf der Rückbank nun fast zwei Stunden ruhig war. Nach einer ausgedehnten Bewegungspause dann startet ihr durch zur letzten Etappe auf der Zielgeraden. Du wiederholst noch mal die Spiele, reichst erneut die Lieblingsbücher, packst die Weltbesten Kekse aus und drehst die Lieblingsmucke voll auf und ihr kommt hoffentlich mit super-duper-guter Laune an eurem Ziel an. Denn jetzt sollte ja (eigentlich) umgehend die Erholung starten. Juhu!

Mein ernüchterndes Fazit:
 
Auch wir haben leider keine Lösung für entspannte und absolut stressfreie Autofahrten mit Kleinkindern. Egal, wann du losfährst, egal wie lange die Fahrt dauern wird, egal wohin du fährst und mit wem. Das wichtigste scheint mir zu sein, dass man die Gelassenheit mit an Bord nimmt.

Denn die üblichen Tipps und Tricks, die man überall liest, sind für euch alle auch kein Novum. Lieblingskinderlieder zum Mitsingen und Mitmachen, Bücher, Spiele und Spielsachen, viele (selbstverständlich gesunde) Naschereien und ausreichend Bewegungspausen kennt ihr alle. Die tollen Aufbewahrungstaschen, die sich schnell und unkompliziert an der Rücklehne des Vordersitzes befestigen lassen, Malutensilien für ältere Kinder, DIY-Lego-Koffer, zauberhafte Spielchen wie „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder „Nummerschilderraten“… Ihr kennt das alles. Am Ende kann man euch nur eine angenehme Fahrt wünschen. Mit viel Gelassenheit, aber die habt ihr im Alltag mit Kindern sowieso eigentlich immer dabei. Naja, meistens jedenfalls.
 
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 Danke für die Einblicke in Eure erlebnisreiche Autofahrt, liebe Julia! Ich musste ja doch ein bisschen schmunzeln: Zumindest in Teilen kenne ich das soooooo gut ;)
 
Und wie sind die Autofahrten bei Euch so, liebe Leserinnen und Leser? Klappt das mit den Tipps & Tricks - oder läuft mal wieder alles ganz anders?
 
Einen guten Start in die Woche wünscht Euch
 
Eure Küstenmami

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