Mittwoch, 4. November 2015

Entspannt im Wasser und danach: Über das Babyschwimmen, Teil 2

 
Hallo Zusammen,
 
Ihr seid alle Wasserfreunde, oder? Auf jeden Fall habt Ihr zahlreich auf meinen Artikel Plitsch, Platsch, Wasserspaß zum Thema Babyschwimmen reagiert. Vielen Dank für Euer Interesse! Es ist immer schön zu sehen, dass ein Thema, das ich aufgreife, für Euch wichtig ist und gern gelesen wird. Allerdings war der Artikel vor zwei Wochen nur der erste Teil, und aufgrund der vielen Nachfragen wollte ich jetzt ganz schnell Teil 2 hinterher schieben :) 
 
Im 1. Teil ging es hauptsächlich um das DAVOR beim Babyschwimmen, also die Auswahl des Babyschwimmkurses, die Ausstattung und das Packen aller nötigen Sachen, das Ankommen im Schwimmbad und die gesamte Umzieh- und Dusch-Aktion, bevor es ins Wasser geht. Im 2. Teil werde ich etwas zum DABEI und DANACH schreiben, denn das steht ja noch aus. Ihr bekommt auch wieder meine geballten Erfahrungen und die Tipps & Tricks präsentiert, die ich mir im Laufe der Zeit angeeignet habe - dann müsst Ihr das Rad nicht völlig neu erfinden. Außerdem möchte ich Euch Mut machen, falls Ihr Euch fragt, wie man das alles wuppen soll. Denn jetzt kommt der - wie ich finde - schöne Teil!
 
*** 
 
Das DABEI
 
Ihr habt also samt Baby geduscht und seid am Beckenrand angekommen. Eure Sachen sind eingeschlossen und die Babyschale steht ausgepolstert, wie in Teil 1 beschrieben, bereit, um Euer Baby nach dem Schwimmen wieder aufzunehmen.
 
Jetzt müsst Ihr nur noch ins Becken steigen. Meist wird Babyschwimmen in Schwimmbecken angeboten, in denen z.B. Kinderschwimmen oder Aqua-Therapie mit rekonvaleszenten oder gehandicapten Menschen stattfindet. Das ist gut, denn das bedeutet eine Rampe, eine flach abfallende Treppe oder eine andere Art des sanften Einstiegs, den Ihr mit dem Baby auf dem Arm gut bewältigen könnt.
 
Ich bin mit dem kleinen Küstenmädchen immer möglichst langsam ins Wasser gestiegen, um ihr eine allmähliche Gewöhnung an das flüssige Element zu ermöglichen. Das war bei ihr aber auch gar kein Problem! Ich habe Euch ja schon erzählt, dass sie ein richtiger kleiner Wasserfrosch ist - sie hat das Babyschwimmen geliebt und gegluckst und gequietscht vor Vergnügen! Doch auch wenn Euer Baby bei der ersten Annäherung ans Wasser aufgeregt oder zappelig sein sollte, hilft es, es dicht am Körper zu halten und beruhigend mit ihm zu sprechen oder zu summen.
 
Eine weitere gute Nachricht: Ab sofort ist jemand da, der Euch hilft, nämlich die Leitung des Babyschwimmkurses. Das ist jemand, der in dieser Sache (und wahrscheinlich auch sonst) kompetent, erfahren und gut ausgebildet ist. Mein kleines Küstenmädchen und ich haben den Kurs gezielt bei einer Hebamme belegt, die bereits unser Vertrauen hatte. Qua Beruf(ung) hatte sie die Mama-Perspektive gleich mit im Blick, und ich konnte sie am Rande auch mal so etwas zum Thema Stillen fragen. 
 
Die Kursleiterin übernimmt die Regie, sobald alle im Wasser sind. Dann geht es richtig los, und Ihr müsst einfach nur noch mitmachen. Vieles kennt Ihr womöglich bereits, z.B. aus dem PEKiP oder DELFI Kurs. Bei uns kam erst ein Begrüßungslied und dann eine Reihe von Übungen: Das Baby im Wasser wiegen, es vorwärts oder rückwärts durchs Wasser ziehen, es auf ein Brett oder eine große Schwimmnudel legen, die es beim Auftrieb unterstützt, außerdem Spiele mit der Wasserente oder dem kleinen Ball. Dabei hat uns unsere Hebamme immer erklärt, wie wir die Übungen machen und wie wir das Baby halten sollen.
 
Und das ist - wenn man erstmal im Wasser ist - gar nicht so schwierig, wie ich befürchtet hatte. Ihr werdet vielleicht lachen, aber ich hatte echt Angst, dass mir das Baby aus den Händen flutscht und untergeht! Ich bin eine ganz schöne Glucke, oder? Das ist aber weder mir passiert und noch sonst irgendeiner Mami in meinem Kurs. Im Gegenteil: Ich fand es im Wasser viel leichter, meine propere kleine Person zu halten - da hatte sie nämlich Auftrieb ;)
 
Den fand sie auch toll, und sie hat im Wasser ganz neue Bewegungen entdeckt. Klar, da ist ja auch einiges möglich, was an Land noch nicht machbar ist. Das hat sich sehr positiv ausgewirkt: In dieser Zeit hat sie angefangen, sich richtig zu drehen, auch vom Rücken auf den Bauch. Ihr Gleichgewichtssinn hat sich ebenfalls verbessert, ebenso wie ihre gesamte Körperhaltung. Insofern war der Babyschwimmkurs ein voller Erfolg! Vor allem aber hat das Babyschwimmen meinem kleinen Küstenmädchen total Spaß gemacht, sie hat aus Leibeskräften im Wasser gestrampelt und ist mit Vergnügen "geschwommen". Auch der Kontakt zu den anderen Babys war schön für sie; sie ist ohnehin immer ganz interessiert an allem, was andere machen. 
 
Wenn uns mal eine Übung zu viel wurde, haben wir einfach ausgesetzt und ein bisschen gekuschelt. Dabei half, dass das Wasser wirklich warm war (> 32 Grad), so mussten wir auch ohne Bewegung nicht frieren. Ich würde Euch raten, auf Euer Bauchgefühl zu hören und immer nur das mitzumachen, was Euren Lütten wirklich Spaß macht.
 
Das gilt auch für das berüchtigte Tauchen. Dabei wird das Baby ganz kurz (!) unter die Wasseroberfläche gezogen, um dann gleich wieder nach oben zu kommen. Alles in Mamis oder Papis sicheren Armen und unter Anleitung der Babyschwimmkurs-Leitung natürlich! In unserem Kurs galt: Wir können das machen, müssen aber keineswegs. Das finde ich allgemein wichtig und kann es nur wiederholen: Macht nur das mit, was sich für Euch richtig anfühlt und was Ihr Euch und Eurem Kind zutraut :)
 
Damit sind wir immer gut gefahren, und die 30 Minuten, die wir im Becken verbrachten, waren (fast zu) schnell vorbei. Noch ein Abschiedslied, und schon ging es wieder aus dem Wasser.
 
***
 
Das DANACH
 
Damit beginnt der letzte Abschnitt meines Babyschwimm-Posts.
 
Während ich das DAVOR als ziemlich anstrengend empfunden habe und das DABEI eindeutig der spaßigste Teil war, fand ich das DANACH relativ unkompliziert. Denn ab jetzt habt Ihr Zeit - und solltet sie Euch auch nehmen. Also bitte keinen Anschlusstermin oder ähnliches. Sich in Ruhe fertig zu machen ist für Euch und Euer Baby am entspannendsten.
 
Dann muss man auch nicht als Erste aus dem Wasser stürmen und sich um die Duschen drängeln. Im Gegenteil: Wir sind tendenziell eher als Letzte rausgegangen. Wie in Teil 1 beschrieben, stand die mit wasserdichter Unterlage und zwei Handtüchern ausgepolsterte Babyschale in der Nähe des Beckenrands bereit. Darin könnt Ihr Euren kleinen Schatz warm einmummeln und problemlos zur Dusche tragen. Mein Tipp: Duscht Euch erst schnell selbst ab, dann ist das nämlich schon erledigt. Zum Abschluss nehmt Ihr nochmal Euer Kind mit unter die Dusche, damit das ganze Chlorwasser abgespült wird. Die Schwimmwindel bzw. Badehose muss natürlich vorher runter :) Da ist aber - entgegen aller Befürchtungen - meist auch nichts drin.
 
Seid Ihr beide geduscht, könnt Ihr das erste Handtuch aus der Babyschale nehmen, denn das ist inzwischen nass, und Euer Kind in das zweite Handtuch mummeln. Ja, genau, deshalb zwei Handtücher ;) Besonders praktisch sind hier Kapuzenhandtücher, weil damit der kleine Kopf des Kindes gleich wieder warm eingepackt werden kann. Ich habe mich ebenfalls abgetrocknet und mir ein Handtuch umgebunden. So konnte ich anschließend das kleine Küstenmädchen versorgen, einölen bzw. -cremen (manchmal gab's noch eine kurze Babymassage obendrauf) und anschließend in eine frische Windel und Anziehsachen packen.
 
Wenn ihre Haare noch nass waren, habe ich sie ihr vorsichtig mit dem mitgebrachten Föhn getrocknet, aber da sie ja noch eine Kurzhaarfrisur trägt, war das meist nicht nötig ;) Eine Mütze für die Autofahrt nach Hause hingegen schon, vor allem, wenn es draußen kühl war. Damit war sie schon mal versorgt, und ich konnte mich in Ruhe fertig machen. Bei der Überbrückung der Wartezeit half auch ihr Lieblingsspielzeug, das ein wichtiger Punkt auf der Liste der mitzubringenden Sachen ist, die Ihr schon aus dem ersten Teil kennt.
 
Diese ganze Prozedur des DANACHs fand mein Küstenmädchen übrigens gar nicht schlimm, sondern hat es genossen, von der Mami in Ruhe versorgt zu werden. Wir hatten es ja auch nicht eilig! Vor allem, weil wir nicht hungrig waren bzw. blieben. Denn natürlich kann so viel Bewegung im ungewohnten Element ganz schön Kohldampf machen! In diesem Fall habe ich unser Töchterchen einfach in der Umkleide gestillt. Das würde ich Euch auch raten, denn natürlich ist es nicht schön, wenn Ihr so schnell wie möglich losdüsen müsst, weil ein hungriger kleiner Zeitgenosse nachdrücklich die verdiente Mahlzeit einfordert. Stillt oder gebt die Flasche vor Ort, dann habt Ihr danach alle Zeit der Welt. Mit vollem Magen ist man einfach geduldiger!
 
Das gilt übrigens auch für die Mamis. Nehmt Euch Müsliriegel, Banane & Co mit, denn Ihr tut Euch und Eurem Baby keinen Gefallen, wenn Ihr Euch nach dem Schwimmen völlig unterzuckert durch die Ankleide- und Nachhausebring-Prozedur quält. Mit vollem Magen habt auch Ihr bessere Nerven, und es geht alles leichter von der Hand.
 
Ja, und das war es dann auch schon. Noch schnell alle Sachen in die große, wasserunempfindliche Tasche oder den Rucksack gestopft und ausgetobt, müde, satt und zufrieden nach Hause fahren! Und wenn Euer Baby auf der Rückfahrt einschläft und Ihr das Glück habt, dass es weiterschlummert, wenn Ihr es Zuhause ins Bettchen legt - dann schlaft gleich mit. Ihr habt es Euch verdient!
 
***
FAZIT
 
Das Babyschwimmen ist aufwendig, keine Frage. Zwei Stunden und mehr für eine halbe Stunde Wasserspaß, das ist nicht so ohne. Aber machbar, besonders, wenn man mit der Zeit ein bisschen Routine entwickelt und ein paar Tipps und Tricks beherzigt. Das süße Glucksen des kleinen Küstenmädchens, wenn wir ins Wasser stiegen, hat mein Mami-Herz jedesmal hüpfen lassen - sie hatte so viel Spaß! Das war es mir wert.
 
***
Also: Viel Vergnügen mit Euren Wasserfröschen und alles Gute! Habt Ihr noch Fragen? Wenn ja, schreibt mir gerne einen Kommentar und lasst es mich wissen!
 
Eure Küstenmami
 


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen