Mittwoch, 6. April 2016

Urlaub mit Kindern: Wunderschöne Erinnerungen

 
Moin, Ihr Lieben,
 
so langsam gewinnen wir wieder etwas Boden unter den Füßen, auch wenn das schwer ist. Ich arbeite auch schon wieder etwas, doch es kostet alles noch viel Kraft, und so bin ich dankbar, noch auf einen tollen Gastbeitrag zurückgreifen zu können, damit Ihr in meiner Auszeit etwas Schönes zu lesen habt.
 
Diesmal erfahrt Ihr von Sabrina, wie schön ein Urlaub mit Kind sein kann - und die Erinnerungen daran (fast) noch schöner.
 
Sabrina ist Diplom-Sozialpädagogin und lebt mit ihrer Familie in Moers am Niederrhein. Ihre Zeit verbringt sie am liebsten mit ihrer fast vierjährigen Tochter, ihrem Mann Daniel und dem Familienhund Paul. Ihren witzigen und herzerfrischenden Blog Claralabim hat sie vor etwa einem Jahr angefangen; dort  geht es um Alltägliches, Lustiges und Skurriles, eben rund um das gesamte Familienleben.
 
In ihrem Gastbeitrag nimmt sie uns mit auf eine kleine Zeitreise und einen Gedankenspaziergang…
 
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„Das Schönste am Urlaub ist die Erinnerung daran“
(Gerald Dunkl, *1959; österreichischer Psychologe und Aphoristiker)
Ich hatte das große Glück, als Kind viele Urlaube erleben zu dürfen. Meine früheste Erinnerung war der Urlaub mit meinen Eltern in Varel in Friesland. Die Tochter der Besitzer der Wohnung, in welcher wir den Urlaub verbrachten, hatte einen Puppenwagen, den mein Herz begehrte. Wahrscheinlich hatte ich noch kein wirkliches Unrechtsbewusstsein, denn ich nahm mir einfach diesen Puppenwagen. Auch ohne Puppe drin. Die Klopapierrollen, die da im Regal standen, taten es auch. Mit dem Wagen voller Klopapier stolzierte ich dann über den Hof…bis der Besitzerin auffiel, dass ich mit ihrem Wagen abgehauen war…
Die nächste Erinnerung ist die an Elmau, am Wilden Kaiser in Österreich. Dort war ich mit meinen Großeltern, die schon Jahrzehnte immer wieder auf den gleichen Bauernhof fuhren. Ich weiß noch, dass ich am Abend vorher kaum einschlafen konnte. In der Nacht, gegen 3 Uhr fuhren wir los. Meine Großeltern machten eine Musikkassette an, auf der auch der „Ententanz“ war. Wir machten zwischendurch immer wieder Rast. Aßen die Schnittchen, Eier und Tomätchen, die meine Oma vorher in die Kühltasche gepackt hat. Ich erinnere mich an die Bäuerin, die Haare bis zum Popo hatte, die sie jeden Morgen geflochten hat und sich um den Kopf wickelte. Die mich mit in den Hühnerstall nahm, wo wir die Eier einsammelten. Meine Oma, welche mir immer die Haut von der frischen, warmen Milch herunternahm, weil ich die ekelig fand. An die schmale Treppe, die in den kalten Keller führte, in der die Bäuerin die Zitronenlimo aufbewahrte, deren Geschmack ich noch heute auf der Zunge habe. Ich erinnere mich, an unsere Restaurantbesuche, bei denen eine „Frittatensuppe“ immer als Vorspeise her musste und an den Kaiserschmarrn, den wir uns als Nachtisch teilten…
Als ich in die Schule kam, erzählte mir eine Freundin, sie fährt auf ein Ferienlager mit der Kirche. Auf eine einsame Insel! Das machte mich neugierig, meine Eltern erkundigten sich und das Ende vom Lied war, dass ich angemeldet war und diese Freundin nicht mehr wollte. Ich fuhr trotzdem. Auf dem Abenteuerspielplatz, wo wir mit einem Floß durch einen schlammigen Teich fuhren, verlor ich beim Herunterfallen meine pinke Wassersandale mit silbernem Glitzer, weil sie auf dem Grund im Schlamm stecken blieb. Der schönen pinken Glitzersandale trauere ich noch heute manchmal hinterher…
Das nächste Ferienlager ging nach Kärnten. Mein jüngerer Cousin kam diesmal auch mit und auch dort gab es viele lustige Begebenheiten, von denen wir noch heute oft erzählen. Ich erinnere mich aber auch noch genau an das Päckchen, das meine Eltern mir dorthin schickten, weil ich Geburtstag hatte; an den Brief, den sie dazulegten und die goldenen Schleifchen – Ohrringe in der kleinen Schachtel. Nach drei Wochen Ferienlager holten uns mein Onkel, meine Tante und meine Cousine ab und wir machten drei weitere Wochen Urlaub in Kärnten. Ich schlief in der Stube; das Bett unter einem Fensterbrett, an dem ich mir morgens regelmäßig den Kopf gestoßen habe. Ich erinnere mich, wie kalt der See war, wenn man erhitzt von der Sonne dort rein sprang. An den Eismann, der mit den Eiskugeln jonglieren konnte…
Warum erzähle ich das alles so ausführlich? Weil ich bei der Idee zu diesem Artikel vorher viel darüber nachgedacht habe, welche Urlaubserinnerungen die prägendsten für mich waren. Und es waren weniger die Erinnerungen an die Reise und das Ziel an sich, sondern eher an all die kleinen Begebenheiten und „Begleitumstände“ dieser Urlaube. Und ich stelle fest, dass auch wir unserer Tochter bisher keine Fernreisen oder großen Urlaube geboten haben und dass dennoch jeder einzelne Urlaub mit ganz bestimmten Gefühlen und Erinnerungen verknüpft ist.
Claralabim war zehn Monate alt, als wir das erste Mal verreisten. Und dann gleich eine Flugreise. Es ging gemeinsam mit uns und Oma und Opa nach Kraukau.  Sie drückte sich die Nase an der Scheibe im Flughafen platt, um sich die großen Flugzeuge anzusehen.
Sie konnte zu dem Zeitpunkt gerade laufen und hatte Spaß daran,  ihre Welt zu erkunden. Wir brauchten gefühlte fünf Stunden für eine Strecke von 300 Metern. Aber: Sie lief. Und sie war glücklich! Jeder Stein musste aufgehoben, jedes Blatt genauestens betrachtet werden.
Sie liebte es aber genau so, in der Ferienwohnung auf dem Sofa zu sitzen und stundenlang in ihren Büchern zu blättern; ihre Puppe durch die Gegend zu schleppen; verschiedenes Essen zu genießen; Zeit mit ihrer Oma, ihrem Opa und ihrem Onkel zu verbringen, der ganz spontan auch noch für ein paar Tage vorbeikam. Den Abend und die Nacht vor unserem Rückflug verbrachten wir in einem Hotel und Claralabim konnte nicht genug davon bekommen, mit der Oma auf dem pompösen Hotelbett zu toben. Ihr Lachen habe ich noch heute in den Ohren…
 
Der nächste Urlaub führte uns ein wenig weiter weg. Es ging auf eine Finca nach Mallorca. Zu dem Zeitpunkt war Claralabim siebzehn Monate alt. An unserem ersten Abend fuhren wir in den Ort und sie sah das Meer und den Strand. Sie lief jauchzend durch den Sand und ihre Freude war ihr so sehr anzusehen, dass die Leute stehen blieben und sich daran erfreuten.
Sie konnte stundenlang mit dem Papa im Pool in ihrem Böötchen fahren. Gemeinsam gingen sie durch den großen Garten der Finca und brachten Orangen, Zitronen, Melonen und Granatäpfel mit. Sie aß jeden Tag mindestens zwei Mal Eis, mit allen Sinnen und genoss auch oft einfach das faule Nichtstun.
 
 
 
Der Urlaub ging zu Ende, der Winter kam und als es dann langsam wieder Frühjahr wurde, fuhren wir einfach mal für einen Tag in die Niederlande an das Meer. Durchatmen. Mit Paul, unserem Hund am Strand toben, Muscheln sammeln, Pommes und Frikandel essen, abends wieder zurück nach Hause fahren.
Den Sommer darauf ging es für ein paar Tage an die Mosel. Das Wetter spielte leider nicht so mit, aber für Claralabim gab es genug zu entdecken. Und wir „schrieben“ gemeinsam die ersten Postkarten für die Familie und eine an uns selbst, die dann zu Hause im Briefkasten auf uns wartete.
Über Silvester fuhren wir eine Woche in das Sauerland; in eine kleine und gemütliche Ferienwohnung bei Winterberg. Claralabim baute ihren ersten Schneemann. Wir fuhren mit dem Schlitten kleine und größere Hügel herunter. Paul versank fast im Schnee. Silvester wollte sie unbedingt bis Mitternacht wach bleiben. Wir bestellten eine Riesen-Pizza, trugen Partyhütchen und machten ein Tischfeuerwerk, das wir im Anschluss eine gefühlte Stunde wieder auffegen mussten. Um 23 Uhr war Claralabim so müde, dass sie einschlief.
 
Kurz vor ihrem dritten Geburtstag musste ich beruflich für eine Woche nach Texel. Mein Mann, Claralabim und Paul kamen mit; wir nahmen uns ein Ferienhaus und tagsüber ging ich arbeiten, während die Drei Zeit auf der Insel verbrachten. Aber wir hatten auch Zeit für uns. Wir lagen eingemummelt am Strand und ließen unsere Nasen von der Sonne kitzeln. Wir rollten uns durch den Sand. Schauten den Leuchtturm aus der Nähe an. Schafe versperrten uns auf unserer Fahrt über die Insel den Weg und wir mussten warten, bis sie die Straße frei machten. Claralabim ließ mit ihrem Papa einen Drachen steigen. Papa kaufte sich eine Sonnenbrille und natürlich wollte sie auch eine Sonnenbrille haben. Wie stolz sie damit durch die Fußgängerzone flanierte…
 
Der Sommer kam und auch ein weiterer Urlaub nach Mallorca. Gemeinsam mit Oma, Opa und Uroma wohnten wir auf einer schönen Finca im Norden Mallorcas. Claralabim konnte stundenlang mit der Oma im Pool planschen. Wenn wir abends am Strand einen Cocktail tranken und der Sonne bei ihrem Untergang im Meer zuschauten, tobte sie durch den Sand. Sie liebte es, sich am Tag von ihrem Papa bis zum Kopf darin einbuddeln zu lassen. Sie baute Sandburgen, backte Sandkuchen. Auf Ausflügen schob sie ihren Opa, der nicht mehr so gut zu Fuß ist, im Rollstuhl. Sie nahm ihn bei der Hand, wenn er ein Stück laufen wollte. Sie erklärte ihm, wie man Memory spielt. Wenn wir einkaufen gingen, musste für jeden irgendetwas Besonderes im Wagen sein. Die Enten, die auf dem Grundstück nebenan wohnten und die man über einen kleinen Zaun sehen konnte, bekamen unser trockenes Brot. Der Katze, die immer erst am Abend auf die Terrasse kam, stellte sie einen Teller Milch hin. Sie machte sich gerne mit fünfundzwanzig Haarspangen in den Haaren schick und zog ihre schönsten Kleider an…
Der letzte Urlaub war über Silvester in einem kleinen 250-Seelen-Dorf in der Eifel. Als wir aus dem Auto ausstiegen und man die gute Landluft schnuppern konnte, meinte sie nur ganz trocken: „Das stinkt mir in der Nase!“ Dass sie Kälbchen füttern und dem Bauern beim Melken zusehen durfte, entschädigte sie dann scheinbar wieder…
Wenn man das so liest, sind das alles keine besonders großen Abenteuer, die wir mit Claralabim in Urlauben erleben. Aber es sind bedeutende Momente für uns als Familie. Zeit füreinander und Zeit miteinander zu haben. Die vielen kleinen Augenblicke zu genießen und auszukosten, die wir uns schaffen. Diese Momente besonders zu machen und als Erinnerung abzuspeichern. Verbunden mit den Gefühlen wie Liebe, Geborgenheit, Zusammenhalt, Freiheit und Glück.
Ich wünsche mir für unsere Tochter, dass sie im Laufe ihres Lebens viele dieser schönen Erinnerungen abspeichern kann. Dass sie den Duft in der Nase hat, wie es riecht, wenn man an einem anderen Ort aus dem Auto oder Flugzeug steigt. Dass sie sich immer vor Augen halten kann, wie schön die Sonne aussieht, wenn sie im Meer versinkt. Dass sie den Wind in ihren Haaren spüren kann, wenn sie daran denkt, wie sie an der rauhen See entlangläuft. Dass sie den Geschmack von Salz auf der Zunge hat, wenn sie an das Meer denkt. Dass sie sich später daran erinnern kann, wie gerne sie mit Paul durch den Sand gelaufen ist und wie wasserscheu er doch war. Dass sie sich an die Abende erinnern kann, an denen wir gemeinsam auf der Terrasse gesessen, gegessen, gespielt und gelacht haben. Ich wünsche mir, dass sie Urlaube mit allen Sinnen wahrnehmen und erinnern und diese Erinnerungen wie Schätze hüten kann; für die Zeiten im Leben, in denen man genau solche Erinnerungen als Balsam für die Seele braucht. Das wünsche ich unserem kleinen Mädchen…
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Danke, liebe Sabrina, das wünsche ich Eurer Claralabim auch, ebenso wie Euch allen als Familie!
Ihr Lieben, was sind Eure schönsten Urlaubserinnerungen?
Sitzt und träumt schön - ich werd's auch versuchen!
Eure Küstenmami

Montag, 4. April 2016

Urlaub mit Kindern: Am Mittelmeer

 
Moin, Ihr Lieben,
 
Urlaub mit Kindern ist echt eine tolle Sache - besonders am Meer! Das meint Verena vom Blog Mami Rocks, und da kann ich natürlich nur zustimmen ;) Verena ist eine der lieben Autorinnen, die mir in meiner Auszeit mit Gastbeiträgen helfen, und zusammen mit Maia die Gründerin dieses vielseitigen Blog-Magazins. Beide sind Mamis von 3 Kindern, beide von Zwillingen, und sie schreiben über alles, was ihnen Spaß macht: Reisen, Yoga, Essen und Ausgehen - international, interessant und informativ. Maia und Verena gehen die Dinge möglichst entspannt an - und ich finde, das merkt man auch in Verenas tollem Gastbeitrag!
 
Doch lest selbst!
 
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Mit Kindern am Mittelmeer
 
Kinder und Meer. Das passt gut zusammen, sehr gut sogar. Mittelmeer, Sand, Sonnenschein, Zelten – das sind die Glücksbegriffe meiner eigenen Kindheit. Seit ich denken kann sind wir – zwei Brüder, ich Sandwichkind und Zelturlaub begeistere Eltern – an einen Campingplatz in den Dünen der Maremma gefahren. Den Camping Sanssouci nahe dem malerischen Fischerort Castiglione della Pescaia gibt es immer noch – steht im ADAC-Campingführer.

 
Auf ans Mittelmeer!
 
Vorletzten Sommer fühlte ich mich ausgeruht genug, um mit meinem damals fünfjährigen Sohn – der hat das Meer schon als Baby erlebt, erinnerte sich aber nicht mehr daran - und den gerade vier gewordenen Zwillingen in unserem orangefarbenen VW-Bus gen Mittelmeer zu starten. Der Papa war mit vollem Auftragsbuch gesegnet und konnte nicht mit, also verabredeten wir uns mit den Großeltern in der Toscana. In der Zwischenzeit haben eben diese Campingfans aus meiner Kindheit über 20 Jahre in Italien gewohnt und kennen die Toskana wie ihre Westentasche. Da sie gerne in ihre alte Heimat zurück wollten und ich so nah wie möglich ans Meer, einigten wir uns auf einen Kompromiss: Wir mieteten ein Apartment mit genügend Platz für uns alle in einem Bio-Agriturismo nahe der Ortschaft Paganico, ca. 30 km von der Küste entfernt, unweit der Stadt Grosseto im Süden der Toskana.
 
 
Eine gute Wahl
 
Wir hatten zwar keinen Sand unter den Füßen und kein Zelt in den Dünen (das Campen war mir ehrlich gesagt zu viel Plackerei mit drei Kleinkindern), dafür aber vor der Haustür einen Bio-Gemüsegarten, von dem die Feriengäste ernten konnten soviel sie mochten. Zum Gießen kamen die Gärtner und jeden morgen lieferte eine nette Angestellte der Tenuta di Paganico, die großen weißen Toskana-Brötchen, die sogar ein klein bisschen Salz enthalten – denn das typische Brot der Region ist ja ungesalzen – und alles was man sich sonst noch so bestellt hatte: typische Käse, Bio-Fleisch und Schinken, tiefgefrorene Gerichte wie Lasagne oder Gnocchi, alles hergestellt in der Tenuta, die übrigens im einige Kilometer entfernten Haupthaus ein empfehlenswertes Bio-Restaurant, einen Spezialitäten-Laden sowie einen Internetpoint und ein Kinderspielzimmer beherbergt. Die Feriengäste sind nämlich nicht das Hauptgeschäft der Tenuta. Der Agriturismo ist ein großes biologisch betriebenes Gut, das Wein und Olivenöl herstellt und eine Menge Rinder hält – alles autochthone Rassen, die für die Region typisch sind und die in der Arche von Slow Food einen Platz haben. Wer die und die wilden Pferde gerne mal sehen möchte, kann einmal in der Woche mit dem Jeep mitfahren und ins Gelände mitfahren. Über unsere Erlebnisse auf diesem Gut habe ich auch auf meinem Blog Mami Rocks geschrieben.
 
 
Auf der holprigen Kiesstraße zurück zu unserer Toskana-Villa geht es vorbei an den Schweinen der Rasse Cinta Sennese, an Eseln und Pferden. Hier können die Kinder für wenig Geld auch sehr guten Reitunterricht nehmen bei einer jungen Frau, die hier mit ihrer Familie lebt. Seitdem liebt mein Ältester Reiten und träumt davon, dass ich ihm endlich Reitstunden organisiere.
 

Wenn wir also gerade nicht am Strand waren, genossen wir die ländliche Idylle – Achtung: in der Toskana sieht das Land zwar idyllisch aus, das Gras ist aber aufgrund der Hitze nicht weich und grün wie bei uns sondern stachelig, es gibt Mücken, Eidechsen, Zikaden und andere spannende Tiere! Meistens fuhren wir zu einem der freien (kostenlosen) Strände an der Marina di Grosseto oder lagen faul an unserem Pool – also ich, der Große lernte in der Zwischenzeit tauchen und schwimmen, in dieser Reihenfolge. Das ging im Becken viel besser als bei den vielen Wellen im Meer.

Obwohl ich zuerst gerne näher am Meer gewesen wäre, hat es gut gepasst. Von dem Standort aus fuhren wir auch weiter ins Landesinnere. Dort sind die Straßen kurvig, es geht hoch hinauf und die Olivenhaine werden bald von Kastanienwäldern abgelöst. Wem die Hitze nicht so zusagt und das Meer nicht so wichtig ist, findet hier den superschönen, familienbetriebenen Campingplatz
Luccherino. Giorgio macht klasse Pizza, Kinder und Hunde sind willkommen und wer kein Zelt mitgenommen hat, genießt das spektakuläre Panorama über die Hügel bis hinunter ans Meer von einem Bänkchen vor einem der Mobil Homes aus. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Inseln Giglio, und weiter bis Monte Cristo und Korsika. Giglio befindet sich relativ küstennah und gehört zum Naturschutzgebiet Argentario, das sich südlich von Grosseto befindet und auf jeden Fall einen Ausflug Wert ist. Wer es mondän mag, macht einen Abstecher im Hafen von Porto Santo Stefano und wer die Natur liebt, fährt ins Schwefelbad Saturnia.
 
Wer noch Tipps braucht, jederzeit gerne fragen, denn ihr merkt bestimmt schon, diese Region ist und bleibt mit mir verbunden und hat immer einen Platz in meinem Herzen.
 
Eure Vere Mami Rocks
 
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Vielen Dank für Deinen Reisebericht, Verena, ich würde am liebsten direkt losfahren!
 
Und Ihr, wohin fahrt Ihr dieses Jahr noch in den Urlaub?
 
Ganz liebe Grüße
 
Eure Küstenmami


Freitag, 1. April 2016

Urlaub mit Kindern: Zelten!

 

 
Moin, Ihr Lieben,
 
heute habe ich einen weiteren Gastbeitrag zum Thema "Urlaub mit Kindern" für Euch: Anja vom Blog Lunasonne schreibt über etwas, vor dem ich echt Respekt habe: Zelten mit Kindern.
 
Auf ihrem wunderbar unaufgeregten und doch ganz eigenen Blog berichtet sie auch ansonsten über ihr Leben mit mittlerweile vier Kindern, einer „Familie in Groß zwischen Schmollzwergen und Zaubermäusen“. Anja macht aber noch viel mehr: Mit texte & mehr arbeitet sie als freie Journalistin und verfasst ganz unterschiedliche Medien-Berichte, Reportagen und Interviews. Schaut gerne mal bei ihr vorbei!
 
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Ab auf den Campingplatz - Zelten mit Kindern!
 
Zelten mit Kindern? O Gott, bitte nicht! So richtig vorstellen konnte ich mir das nie, weil ich Campingurlaub nicht kannte. Meine Eltern und ich haben immer in Pensionen oder Hotels und Ferienwohnungen übernachtet aber nie im Zelt. Deshalb war unser erster Campingurlaub noch dazu mit zwei kleinen Jungs von damals fünf und drei Jahren eine ganz neue Erfahrung, jedenfalls für mich und für meine Jungs.
Das Erlebnis war aber so mitreißend, dass wir seitdem jedes Jahr fahren und uns für zwei Wochen aus dem Alltag bewusst ausklinken. Meine beiden Großen waren  jedoch 2015 etwas sauer, weil ihr kleiner Bruder genau in den Sommerferien zur Welt kam und wir deshalb nicht zelten fahren konnten. Aber dieses Jahr fahren wir wieder: Mit vier Kindern! Mehr dazu später, erstmal geht es hier um die Wahl des Campingplatzes.
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Viel Spielfläche und direkten Wasserzugang auf dem Zeltplatz
Wir hatten uns 2012 ganz bewusst einen Zeltplatz ganz in der Nähe unserer Heimatstadt, die zwischen Rügen und Usedom an der Ostsee liegt, entschieden. Zum einen, weil ich als Freiberuflerin an zwei Tagen in unserer Urlaubszeit nochmals arbeiten fahren musste, zum anderen weil wir bei schlechtem Wetter oder Krankheit der Kinder schnell daheim sein wollten.
 
Zudem gefiel uns das Gelände des Zeltplatzes außerordentlich gut: Es ist in sich abgeschlossen, vorne die Dauercamper, dahinter die Feriengäste mit Wohnmobil und danach die Zelte. Viele freie Flächen zum Sport treiben, einen Fahrrad-Parcours, einen Bolzplatz, zwei Spielplätze. Am vorderen steht auch noch ein kleines Häuschen, in dem niederländische Studenten Kinderanimation anbieten und freitags Keramik bemalt werden kann. Ein Restaurant, ein kleiner Laden, Friseur und ein Kino und zwei Hygienehäuser mit Toiletten, Duschen und extra anzumietende Bäder runden das Angebot ab. Zudem hat das Gelände direkten Zugang zum Wasser mit Sandstrand. Der Einstieg ist auch ideal für Kinder, denn man muss ziemlich weit laufen, damit einem das Wasser bis zur Brust steigt. Da die Winde an diesem Strandabschnitt zwischen Bodden und Ostsee immer etwas mehr sind, ist der Zeltplatz auch immer von Windsurfern in Benutzung. So auch der Strand, was aber wenig stört. Lustig wurde es, wenn wir Drachen steigen lassen konnten und die Drachensurfer auch vor Ort waren.
 
Hier ein Lageplan vom Zeltplatz, damit ihr es euch besser vorstellen könnt: http://www.campingplatz-loissin.de/images/lageplan_quer.jpg
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Zelten mit Kindern – Was muss eingepackt werden?
Da mein Mann aus seiner Kindheit schon einige Erfahrung mit Campingurlaub mitbrachte – sie waren, als er kleiner war, oft in Dänemark campen – vertraute ich ihm mal, als es ums Packen ging. Zunächst das Zelt: Da wir bewusst immer 14 Tag Urlauben, muss es mit Kindern ein geräumiges sein. Wir entschieden uns für ein großes Sechs-Mann-Zelt mit Vorraum. Auch unser Auto war nie klein, da wir es als zusätzlichen „Raum“ zum Zelten für die Nahrungsmittel mitnutzen. Dort steht auch unser kleiner Kühlschrank, ideal für die Nahrung, die auf den Grill landen sollte. Noch mit dabei als Grundausstattung: Eine große Plane zum Aufspannen, Kabelbinder, Werkzeug, Sonnenschirme, Gartentisch und –stühle, Decken für den Boden und für den Strand, Trinkwasserkanister, Geschirr (vor allem aus Plastik) und Besteck samt Tassen und Becher, drei bis vier Töpfe unterschiedlicher Größe, Schere, zwei Schüsseln, eine Pfanne, Pfannenwender, zwei Kellen, ein Rührlöffel, Herdplatte, Grill, Grillzubehör, Abstelltisch, Kabelrolle mit Kabel für Draußen, eine große Schüssel/Wanne für das dreckige Geschirr, Handtücher, Waschlappen, Spülmittel. Für die Kinder haben wir immer ihre Fahrräder mit dabei, denn das ist das Schöne an dem Zeltplatz: Unsere beiden großen Söhne können dort immer alles alleine erkunden! So fuhren sie zur Kinderanimation oder zum Spielplatz oder morgens Brötchen kaufen. Schlechtes Wetter sollte aber auch mitgedacht werden: Bei uns gehören Brett- und Kartenspiele zur Grundausrüstung. Skip Bo und Uno aber auch Scrabble und Schach wurden bei Regenwetter am großen Tisch unter der Plane gezockt beziehungsweise gespielt. Ein Fußball, Strandspielzeug und Drachen zum Steigenlassen am Strand finden bei uns auch immer noch Platz.
 
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Baby isst am besten schon mit, wenn es auf den Zeltplatz geht
2014 waren wir dann schon zu fünft Zelten. Unser Mädchen war da genau sechs Monate alt. Ideal ist es übrigens, wenn so kleine Mäuse noch gestillt werden oder schon voll bei den Erwachsenen mitessen können. Denn extra Fläschchen und Co mitschleppen und dort desinfizieren oder gar die ganzen Breigläser ist doch sehr umständlich. Ginge wohl bei nur einem Kind, aber wir hatten zu dem Zeitpunkt ja drei. Übrigens hatten wir ihren Kinderwagen mit und sie schlief in der Kinderwagentasche zwischen uns in unserem Schlafbereich. Zum Schlafen haben wir immer eine große elektrisch aufblasbare Matratze und zwei Schlafsäcke, die man zu einem verwandeln kann. Die beiden Jungs schlafen auf je einer sich selber aufblasenden Matratze in ihren Schlafsäcken, die sie auch für Fahrten ihrer Pfadfinder nutzen.
Schnell hatte sich bei uns übrigens eine Routine eingespielt, die denke ich, sehr wichtig ist: Nach dem morgendlichen Waschen in den Gemeinschaftsräumen holen die Großen Brötchen, einer der Erwachsenen macht das Baby fertig, die anderen decken den Tisch. Nach dem Essen wird abgewaschen und die Kids können den Campingplatz erkunden, die Erwachsenen dann entspannen. Die Tatsache, dass der Handyempfang – jedenfalls meiner – weg ist, sobald man auf dem Parkplatz unseres Campingplatzes steht, war für mich anfangs wirklich gewöhnungsbedürftig, führte aber dazu, dass ich mal wirklich abspannte: Zeit zum Lesen, Ausruhen! Ich bin dann einfach mal raus und lasse jetzt auch bewusst den Laptop daheim. Das muss ich aber auch rechtzeitig genug meinen Kunden ankündigen, da ich freiberuflich arbeite. Wir fahren im Übrigen nie alleine nur als Kernfamilie zelten. Meist sind mein Schwager - ideal, da er doch mit den beiden jetzt neun- und sieben-jährigen Jungs Fußball spielt – und Freunde mit dabei. Durch die Nähe zu unserem Zuhause kommen auch meine Eltern an einen Tag immer zu Besuch. Nachmittags fahren wir dann ab und an zu anderen Stränden oder gehen am Ufer spazieren. Meist jedoch lassen wir unsere Kinder das machen, was sie wollen. Gerade meine großen Söhne genießen diese Freiheiten. Abends geht es dann im Sanitärhaus Duschen und meist wird gegrillt. Für die Hygiene haben wir immer alles mit dabei vom Toilettenpapier über Duschbäder und Haarshampoo, Aftersun-Lotion und Co. Das ist übrigens wichtig: Sonnenmilch – am besten mit Lichtschutzfaktor 50 und wasserfest -, Basecaps für die Jungs als Sonnenschutz und Mücken- und Zeckenspray beziehungsweise –lotion und natürlich alles, was in eine kleine Hausapotheke gehört von Pflaster über Desinfektionsmittel bis hin zu Fiebersaft und Co.
 
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Für einige Zeit wirklich raus aus dem Alltag
Zelten ist für uns eine ideale Form geworden für 14 Tage wirklich raus zu kommen, raus aus unserer Routine, raus aus dem Alltäglichen. Unsere Kinder erleben in einem abgeschlossenen (der Campingplatz) Raum große Freiheiten, in dem sie selber erkunden können, was möglich ist: So finden sie auch immer wieder neue Freunde oder zumindest Spielkameraden für die Urlaubszeit. Dadurch, dass immer wieder Freunde mit sind, haben wir auch mal andere Gesprächspartner. Die andere Routine lässt Zeit zum Entspannen. Für uns wirklich ideal, rast die Zeit doch sonst so extrem mit mittlerweile vier Kindern, Haus und Jobs. Ich freue mich jetzt schon auf dem Sommer und unsere Zeit auf dem Zeltplatz!
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Hej, liebe Anja, da bekommt man ja richtig Lust aufs Zelten! Vielen Dank für Deinen schönen Gastbeitrag!
 
Euch allen einen guten Start ins Wochenende
 
Eure Küstenmami