Mittwoch, 24. August 2016

Urlaub mit Kindern: Familienurlaub an der Ostsee

 
Moin, Ihr Lieben!
 
Während wir die dänische Nordseeküste und unsere Familienzeit genießen, kommt hier eine weitere Gastautorin zu Wort: Kristine von dem deutsch-holländischen Blog Importkaaskop erzählt Euch heute, wie man an der Ostsee in Schleswig-Holstein wunderbar Urlaub machen kann. "Moment mal, Küstenmami!", werdet Ihr sagen, "ist das nicht da, wo ihr herkommt?" Ja, genau, Ihr habt recht, denn da wo wir wohnen, kann man auch ausgezeichnet seine Ferien verbringen!
 
Aber das kann Kristine viel besser als ich beschreiben :) Viel Spaß beim Lesen - und vielleicht kommt Ihr ja mal im Urlaub zu uns?! 
 
 ***
Moin und hoi*, ich heiße Kristine, bin Anfang 30 Mitte 30 und lebe seit 10 Jahren im Land der Kaasköppe. Ich arbeite festangestellt als Übersetzerin und bin seit Januar 2012 Mama eines kleinen, blonden Halb-Holländers: der kleine Kaaskop. Im Sommer 2013 habe ich angefangen zu bloggen, einfach so, weil ich nicht nur gerne lese, sondern auch gerne schreibe. Ursprünglich wollte ich gar keinen Mama-Blog schreiben, sondern einfach über mein Leben als Deutsche in Holland allgemein. Aber weil sich im Leben einer Mama nun mal fast alles (auch) um Kinder dreht, ist irgendwie doch ein Mama-Blog daraus geworden! Neben Alltagsgeschichten und zweisprachiger Erziehung gehören kulturelle Unterschiede zu meinen festen Themen auf www.importkaaskop.wordpress.com.

Wisst ihr, warum ich mich besonders freue, dass ich einen Gastbeitrag für die Küstenmami schreiben darf? Weil ich in genau dieser Ecke Norddeutschlands (also in der Nähe von Kiel) aufgewachsen bin und ich deshalb, vor allem seit ich Mama bin, regelmäßig dort Urlaub mache.



Früher fand ich die Ostsee ja immer öde, vor allem als Urlaubsziel. Weder ich noch meine Freundinnen konnten verstehen, was die vielen Urlauber an dieses eher unspektakuläre Meer zieht. Kiel fanden wir hässlich und die Dörfer und Landschaft langweilig. „Ich würde nicht mal gegen Bezahlung Urlaub an der Ostsee machen!”, riefen wir gerne. Wir fanden die Nordsee mit ihren Gezeiten viel spannender, fremde Länder sowieso und was man von klein auf kennt, weiß man nun einmal auch oft nicht so zu schätzen wie jemand mit einem frischen Blick. Oder mit Kindern. Denn als Eltern bekommt man automatisch einen frischen Blick auf die Dinge. Auf Ernährung, Insekten, was „Ausschlafen“ bedeutet und auch darauf, wie der ideale Urlaub(sort) aussieht!
 

Mit Kind legt man einfach weniger Wert auf möglichst exotische Reiseziele (damit man nach dem Urlaub was zu erzählen hat), Rundreisen verlieren an Attraktivität (zu viel extra Gepäck, zu viel Unruhe fürs Kind), besondere Sehenswürdigkeiten in der Nähe spielen eine kleinere Rolle, weil die oft nicht für (kleine) Kinder geeignet sind, und Hotels stellen sich auch als eher nachteilig heraus. Klar, man muss nicht kochen und das Frühstückbuffet ist früh genug geöffnet, man muss nicht putzen und braucht sein Bett nicht selber zu machen. Aber für unsere Familie ist Urlaub im Hotel nichts. Ich mache mir zu viele Gedanken darüber, wie viel die Zimmernachbarn von gelegentlichem (nächtlichen) Gebrüll mitkriegen, das Babyphone hat dank der dicken Betonwände eine Reichweite von nur ca. 10 m, das Essen im Speisesaal mit fremden Leuten ist eher unentspannt, es gibt fast immer Streit mit der Klimaanlage, man will wegen der Zimmermädchen nicht zu viel Spielzeug/Schmutzwäsche/etc. rumliegen lassen, man hat nur wenig Platz… Nee, nee, dann lieber ein Ferienhaus!
 

Ich liebe Ferienhäuser. Man hat viel Privacy, man kann tun und lassen, was man will, man kann kochen, was man will oder einfach Essen bestellen, man fühlt keine missbilligenden Blicke auf sich, wenn das Kind beim Essen rumsaut oder vom Tisch wegläuft, man braucht kein Babyphone, um abends in einem anderen Zimmer seine Freizeit zu genießen, meistens hat man noch eine Terrasse oder einen Balkon mit einem Grill dazu (und was ist ein Sommerurlaub ohne Grillen!?);…. Nun muss ich zugeben, dass ich auch mit Urlaub im Ferienhaus aufgewachsen bin, und dass es dann fast ausnahmslos nach Schweden oder Dänemark ging, wo es ja von Ferienhäusern nur so wimmelt. Aber trotzdem: Hotels buche ich nur für höchstens 3 Nächte, und am liebsten ohne Kind. Hotelurlaub mit Kind finde ich einfach total nicht entspannend.
 

Seit Ende 2005 lebe ich in Holland, seit Anfang 2012 bin ich Mama und seitdem geht der Familienurlaub im Sommer eigentlich immer an die Ostsee. Der Hauptgrund sind in unserem Fall zwar zugegebenermaßen die Familienangehörigen und alten Freunde, die dort wohnen und besucht werden wollen. Aber als Familie finden wir die Ostküste von Schleswig-Holstein auch einfach ein schönes Urlaubsziel. Es gibt dort viele verschiedene Strände und wenn man Glück mit dem Wetter hat, ist der Strand für die Kinder in der Regel genug Entertainment. Sand und Meer und ab und zu ein Eis ist alles, was sie zum glücklich sein brauchen. Gilt auch für große Kinder! Naja, vielleicht noch etwas aufpassfreie Zeit, damit man endlich mal wieder ein Buch lesen kann. Daher mein Tipp: mit Freunden oder Familie urlauben und sich bei der Kinderbeaufsichtigung abwechseln. Ideal! Und wenn das Wetter mal nicht so mitspielt, gibt es an der Ostseeküste genug Ausflugsziele für Familien, wie man ja bei Küstenkidsunterwegs auch lesen kann.
 

Was ich als Mama an der Ostsee außerdem gut finde: das Wasser ist einen Ticken wärmer als das Nordseewasser und das Wasser ist, im Gegensatz zur Nordsee, immer da. (Obwohl Ebbe für Kinder sicher auch interessant ist, aber da habe ich immer ein bisschen Angst vor der Strömung.) Der einzige Nachteil ist für uns der weite Weg: 600-700 km müssen wir mit dem Auto zurücklegen, um an der Ostsee Urlaub machen zu können. Kein Zuckerschlecken mit einem mittlerweile vierjährigen Kind! Ich packe daher immer eine große Tasche mit Beschäftigungsmaterial ein. Die enthält Bücher, CDs (Musik und Hörspiele), kleine Autos, eine Handpuppe, und Ähnliches. Einen DVD-Player haben wir nicht im Auto; wollen wir auch nicht. Außerdem haben wir natürlich jede Menge Fingerfood griffbereit: belegte Brote, Rosinenbrötchen, Weintrauben/Kirschen oder kleingeschnittenes Obst, Käsestückchen, Wasser, Kekse, ausnahmsweise etwas Süßes… Feuchtis für Mund und Hände sind auch immer in der Tasche. Weil der kleine Kaaskop sich schnell langweilt, sitze ich auf diesen lange Autofahrten hinten und lese vor und spiele mit ihm. Wir machen auch regelmäßig Pausen, um uns die Beine zu vertreten. Dafür nehmen wir auch einen Ball mit. Bequeme Reisekleidung finde ich auch sehr wichtig, der kleine Kaaskop darf also seine geliebten „Tschongis“ (Jogginghosen) an. Ein bisschen Knatsch unterwegs lässt sich wohl nicht ganz vermeiden auf einer so langen Fahrt, aber der ist schnell vergessen, wenn wir an der Ostsee angekommen sind: unser Lieblingsreiseziel!

 


*In der Provinz Groningen, also im Norden der Niederlande, sagt man übrigens nicht „hoi“ sondern „moi“. Klingt wie „moin“ und bedeutet im Grunde dasselbe: `n mooie dag“(`nen schönen Tag).

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Wenn Du das so beschreibst, liebe Kristine, weiß ich gar nicht mehr, warum wir eigentlich weggefahren sind ;) Vielen lieben Dank für Deinen begeisterten Text!
 
Habt Ihr auch schon mal darüber nachgedacht, Urlaub an der deutschen Ostseeküste zu machen? Oder wart Ihr dort schon mal?
 
Viele liebe Grüße
 
Eure Küstenmami
 
 
PS: Verzeiht bitte, dass heute urlaubsbedingt kein #Familienmoment stattfindet! Es gibt ihn wieder am 14. September; hebt Eure Beiträge bis dahin gerne auf!

Kommentare :

  1. Sehr schöner Beitrag mit tollen Fotos :) Weiter so!
    Grüße,
    Kerstin von http://altmuehltaltipps.wordpress.com

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    1. Danke, das gebe ich gerne an Kristine weiter! Ich finde ihren Bericht auch ganz toll :)

      Viele liebe Grüße
      Küstenmami

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  2. Also, wenn ich den Beitrqg so lese und die Bilder dazu sehe, dann JA!
    Absolut - sofort- wann kann ich los?

    Ne, im Ernst, warum in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah?


    Liebe Grüsse

    Yvi

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    1. Prima, sag mal Bescheid, wenn Du in der Gegend bist!

      Herzliche Grüße an Dich und Deine Familie
      Küstenmami

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