Freitag, 1. April 2016

Urlaub mit Kindern: Zelten!

 

 
Moin, Ihr Lieben,
 
heute habe ich einen weiteren Gastbeitrag zum Thema "Urlaub mit Kindern" für Euch: Anja vom Blog Lunasonne schreibt über etwas, vor dem ich echt Respekt habe: Zelten mit Kindern.
 
Auf ihrem wunderbar unaufgeregten und doch ganz eigenen Blog berichtet sie auch ansonsten über ihr Leben mit mittlerweile vier Kindern, einer „Familie in Groß zwischen Schmollzwergen und Zaubermäusen“. Anja macht aber noch viel mehr: Mit texte & mehr arbeitet sie als freie Journalistin und verfasst ganz unterschiedliche Medien-Berichte, Reportagen und Interviews. Schaut gerne mal bei ihr vorbei!
 
***
Ab auf den Campingplatz - Zelten mit Kindern!
 
Zelten mit Kindern? O Gott, bitte nicht! So richtig vorstellen konnte ich mir das nie, weil ich Campingurlaub nicht kannte. Meine Eltern und ich haben immer in Pensionen oder Hotels und Ferienwohnungen übernachtet aber nie im Zelt. Deshalb war unser erster Campingurlaub noch dazu mit zwei kleinen Jungs von damals fünf und drei Jahren eine ganz neue Erfahrung, jedenfalls für mich und für meine Jungs.
Das Erlebnis war aber so mitreißend, dass wir seitdem jedes Jahr fahren und uns für zwei Wochen aus dem Alltag bewusst ausklinken. Meine beiden Großen waren  jedoch 2015 etwas sauer, weil ihr kleiner Bruder genau in den Sommerferien zur Welt kam und wir deshalb nicht zelten fahren konnten. Aber dieses Jahr fahren wir wieder: Mit vier Kindern! Mehr dazu später, erstmal geht es hier um die Wahl des Campingplatzes.
***
Viel Spielfläche und direkten Wasserzugang auf dem Zeltplatz
Wir hatten uns 2012 ganz bewusst einen Zeltplatz ganz in der Nähe unserer Heimatstadt, die zwischen Rügen und Usedom an der Ostsee liegt, entschieden. Zum einen, weil ich als Freiberuflerin an zwei Tagen in unserer Urlaubszeit nochmals arbeiten fahren musste, zum anderen weil wir bei schlechtem Wetter oder Krankheit der Kinder schnell daheim sein wollten.
 
Zudem gefiel uns das Gelände des Zeltplatzes außerordentlich gut: Es ist in sich abgeschlossen, vorne die Dauercamper, dahinter die Feriengäste mit Wohnmobil und danach die Zelte. Viele freie Flächen zum Sport treiben, einen Fahrrad-Parcours, einen Bolzplatz, zwei Spielplätze. Am vorderen steht auch noch ein kleines Häuschen, in dem niederländische Studenten Kinderanimation anbieten und freitags Keramik bemalt werden kann. Ein Restaurant, ein kleiner Laden, Friseur und ein Kino und zwei Hygienehäuser mit Toiletten, Duschen und extra anzumietende Bäder runden das Angebot ab. Zudem hat das Gelände direkten Zugang zum Wasser mit Sandstrand. Der Einstieg ist auch ideal für Kinder, denn man muss ziemlich weit laufen, damit einem das Wasser bis zur Brust steigt. Da die Winde an diesem Strandabschnitt zwischen Bodden und Ostsee immer etwas mehr sind, ist der Zeltplatz auch immer von Windsurfern in Benutzung. So auch der Strand, was aber wenig stört. Lustig wurde es, wenn wir Drachen steigen lassen konnten und die Drachensurfer auch vor Ort waren.
 
Hier ein Lageplan vom Zeltplatz, damit ihr es euch besser vorstellen könnt: http://www.campingplatz-loissin.de/images/lageplan_quer.jpg
***
Zelten mit Kindern – Was muss eingepackt werden?
Da mein Mann aus seiner Kindheit schon einige Erfahrung mit Campingurlaub mitbrachte – sie waren, als er kleiner war, oft in Dänemark campen – vertraute ich ihm mal, als es ums Packen ging. Zunächst das Zelt: Da wir bewusst immer 14 Tag Urlauben, muss es mit Kindern ein geräumiges sein. Wir entschieden uns für ein großes Sechs-Mann-Zelt mit Vorraum. Auch unser Auto war nie klein, da wir es als zusätzlichen „Raum“ zum Zelten für die Nahrungsmittel mitnutzen. Dort steht auch unser kleiner Kühlschrank, ideal für die Nahrung, die auf den Grill landen sollte. Noch mit dabei als Grundausstattung: Eine große Plane zum Aufspannen, Kabelbinder, Werkzeug, Sonnenschirme, Gartentisch und –stühle, Decken für den Boden und für den Strand, Trinkwasserkanister, Geschirr (vor allem aus Plastik) und Besteck samt Tassen und Becher, drei bis vier Töpfe unterschiedlicher Größe, Schere, zwei Schüsseln, eine Pfanne, Pfannenwender, zwei Kellen, ein Rührlöffel, Herdplatte, Grill, Grillzubehör, Abstelltisch, Kabelrolle mit Kabel für Draußen, eine große Schüssel/Wanne für das dreckige Geschirr, Handtücher, Waschlappen, Spülmittel. Für die Kinder haben wir immer ihre Fahrräder mit dabei, denn das ist das Schöne an dem Zeltplatz: Unsere beiden großen Söhne können dort immer alles alleine erkunden! So fuhren sie zur Kinderanimation oder zum Spielplatz oder morgens Brötchen kaufen. Schlechtes Wetter sollte aber auch mitgedacht werden: Bei uns gehören Brett- und Kartenspiele zur Grundausrüstung. Skip Bo und Uno aber auch Scrabble und Schach wurden bei Regenwetter am großen Tisch unter der Plane gezockt beziehungsweise gespielt. Ein Fußball, Strandspielzeug und Drachen zum Steigenlassen am Strand finden bei uns auch immer noch Platz.
 
***
Baby isst am besten schon mit, wenn es auf den Zeltplatz geht
2014 waren wir dann schon zu fünft Zelten. Unser Mädchen war da genau sechs Monate alt. Ideal ist es übrigens, wenn so kleine Mäuse noch gestillt werden oder schon voll bei den Erwachsenen mitessen können. Denn extra Fläschchen und Co mitschleppen und dort desinfizieren oder gar die ganzen Breigläser ist doch sehr umständlich. Ginge wohl bei nur einem Kind, aber wir hatten zu dem Zeitpunkt ja drei. Übrigens hatten wir ihren Kinderwagen mit und sie schlief in der Kinderwagentasche zwischen uns in unserem Schlafbereich. Zum Schlafen haben wir immer eine große elektrisch aufblasbare Matratze und zwei Schlafsäcke, die man zu einem verwandeln kann. Die beiden Jungs schlafen auf je einer sich selber aufblasenden Matratze in ihren Schlafsäcken, die sie auch für Fahrten ihrer Pfadfinder nutzen.
Schnell hatte sich bei uns übrigens eine Routine eingespielt, die denke ich, sehr wichtig ist: Nach dem morgendlichen Waschen in den Gemeinschaftsräumen holen die Großen Brötchen, einer der Erwachsenen macht das Baby fertig, die anderen decken den Tisch. Nach dem Essen wird abgewaschen und die Kids können den Campingplatz erkunden, die Erwachsenen dann entspannen. Die Tatsache, dass der Handyempfang – jedenfalls meiner – weg ist, sobald man auf dem Parkplatz unseres Campingplatzes steht, war für mich anfangs wirklich gewöhnungsbedürftig, führte aber dazu, dass ich mal wirklich abspannte: Zeit zum Lesen, Ausruhen! Ich bin dann einfach mal raus und lasse jetzt auch bewusst den Laptop daheim. Das muss ich aber auch rechtzeitig genug meinen Kunden ankündigen, da ich freiberuflich arbeite. Wir fahren im Übrigen nie alleine nur als Kernfamilie zelten. Meist sind mein Schwager - ideal, da er doch mit den beiden jetzt neun- und sieben-jährigen Jungs Fußball spielt – und Freunde mit dabei. Durch die Nähe zu unserem Zuhause kommen auch meine Eltern an einen Tag immer zu Besuch. Nachmittags fahren wir dann ab und an zu anderen Stränden oder gehen am Ufer spazieren. Meist jedoch lassen wir unsere Kinder das machen, was sie wollen. Gerade meine großen Söhne genießen diese Freiheiten. Abends geht es dann im Sanitärhaus Duschen und meist wird gegrillt. Für die Hygiene haben wir immer alles mit dabei vom Toilettenpapier über Duschbäder und Haarshampoo, Aftersun-Lotion und Co. Das ist übrigens wichtig: Sonnenmilch – am besten mit Lichtschutzfaktor 50 und wasserfest -, Basecaps für die Jungs als Sonnenschutz und Mücken- und Zeckenspray beziehungsweise –lotion und natürlich alles, was in eine kleine Hausapotheke gehört von Pflaster über Desinfektionsmittel bis hin zu Fiebersaft und Co.
 
***
Für einige Zeit wirklich raus aus dem Alltag
Zelten ist für uns eine ideale Form geworden für 14 Tage wirklich raus zu kommen, raus aus unserer Routine, raus aus dem Alltäglichen. Unsere Kinder erleben in einem abgeschlossenen (der Campingplatz) Raum große Freiheiten, in dem sie selber erkunden können, was möglich ist: So finden sie auch immer wieder neue Freunde oder zumindest Spielkameraden für die Urlaubszeit. Dadurch, dass immer wieder Freunde mit sind, haben wir auch mal andere Gesprächspartner. Die andere Routine lässt Zeit zum Entspannen. Für uns wirklich ideal, rast die Zeit doch sonst so extrem mit mittlerweile vier Kindern, Haus und Jobs. Ich freue mich jetzt schon auf dem Sommer und unsere Zeit auf dem Zeltplatz!
***
Hej, liebe Anja, da bekommt man ja richtig Lust aufs Zelten! Vielen Dank für Deinen schönen Gastbeitrag!
 
Euch allen einen guten Start ins Wochenende
 
Eure Küstenmami


Kommentare :

  1. Ich scheue mich ja immer ein wenig wenn es heißt wir können mit den Kindern doch auch mal zelten. Keine Ahnung warum, sind es schlechte Erinnerungen und Erfahrungen aus meiner Kindheit oder ist es die Angst dass ich als Mama keinen Urlaub habe, weil ich mich um alles kümmern muss? Aber diesem Beitrag nach ist es gar nicht so schlimm :D Vielleicht einfach mal machen und dann kann man mitreden.
    Lieben Gruß
    Katharina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Moin Katharina,

      Deine Bedenken kann ich verstehen; ich habe ja auch geschrieben, ich habe Respekt vor den Thema. Doch der Artikel von Anja hat mir Mut gemacht - vielleicht werden wir es einfach mal wagen :)

      Viele liebe Grüße

      Küstenmami

      Löschen
  2. Hi, ja, macht mal! :) Die Routine macht mich übrigens immer happy, wenn wir im Zelturlaub sind. Und wir teilen uns eben die Arbeit wie den Abwasch und die Wäsche waschen, wenn es mal nötig ist.

    LG, Anja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hihi, wir haben auch unsere Routinen im Urlaub, das ist einfach praktisch :) Allerdings meist im dänischen Ferienhaus <3

      Liebe Grüße, Küstenmami

      Löschen
  3. Hallo,
    wir gehen mit unserem 3 1/2 Jährigen zum ersten mal Zelten. Mich würde Euer Kühlschrank interessieren und wie ihr den betreibt.
    Gruß
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, die Frage gebe ich gerne an meine Gastautorin weiter! Anja, magst Du antworten?

      Löschen
  4. @Andrea: Hi, sorry, dass ich jetzt erst antworte. Wir buchen immer einen Bereich, bei dem ein Stromanschluss in der Nähe ist. Daran kommt dann der Kühlschrank und alles weitere ran: Licht, Wasserkocher etc...Unser Kühlschrank ist relativ klein. Die Marke weiß ich jetzt nicht so genau. Auf alle Fälle hat er nur zwei Fächer. Das reicht auch, weil das Meiste ja unmittelbar verbraucht wird. Letztes Jahr war mein Mann immer mit dem Rad unterwegs und hat im Nachbardorf frisch eingekauft.

    LG Luna Sonne

    AntwortenLöschen