Montag, 1. Februar 2016

Kursbestimmung: Meine Bilder zwischen Alltag und Ästhetik

 
Moin, Ihr Lieben und willkommen im Februar!

 Ein neuer Monat steht an: Es ist bereits der zweite im schönen Jahr 2016. Die ersten Schneeglöckchen stecken die Nase aus der Erde, es wird wieder ein bisschen wärmer und ein bisschen heller. Ich mag dieses vorsichtige Vortasten des Frühlings sehr, auch wenn es natürlich noch dauert, bis er voll da ist, und wir auf der Terrasse im Strandkorb liegen können.

Es ist wieder Zeit für mein Monatsmotto, das für mich immer Anlass zur Reflexion ist. Was mich zur Zeit sehr beschäftigt, sind die Fotos, die ich schieße, besonders diejenigen für den Blog. Vielleicht liegt das daran, dass ich seit Neuestem bei Instagram bin. Dort sieht man so unglaublich gute, ästhetische, inspirierende oder auch einfach witzige Fotos, es ist der Wahnsinn!

 ***
Doch was heißt das eigentlich: "Gute" Fotos machen? Und was heißt das für mich?

"Gute" Fotos, z.B. im Sinne von "gut ausgeleuchtet", "gut scharf", "gut komponiert" sind nämlich gar nicht so einfach zu produzieren:

Zum einen braucht man dafür Tageslicht, und das ist bei uns im Norden im Winterhalbjahr nicht immer ohne weiteres vorhanden. Teilweise regnet es wie aus Kannen - bei Euch auch?

Dann ist das Licht einfach mies, auch draußen. Das trifft mich besonders auf unseren Ausflügen, die ich so liebe und so gern für Euch dokumentiere. Im Sonnenschein sieht nämlich alles viel schöner aus. Bloß: Den kann ich nicht zaubern. Da sind wir gerade auf dem weltbesten Spielplatz angekommen - und schwupp, ist das Himmelslicht weg. Die bunten Spielgeräte wirken dann ziemlich fad. Da hilft auch kein Fotoshop!

Oder wir sind am Meer, unsere Küstenkinder spielen schön, ich zücke die Kamera - und dann kommt ein Regenschauer, von nirgendwo her, aber mit einer Heftigkeit, bei der wir nur noch die Kids packen und sie in ihre Regenanzüge stecken können. Vielleicht auch noch die Kamera retten - aber das war's dann. Und ich kann es nicht ändern. Gerade, wenn wir für einen Ausflug am Wochenende eine relativ weite Strecke fahren müssen, kann ich auch nicht eben mal so wieder herkommen - jedenfalls nicht, wenn der aktuelle Blog-Post einigermaßen zeitnah raus soll.

 
Zuhause herrschen auch nicht immer ideale Foto-Bedingungen. Denn ich bin eine Mami, und das heißt: Meine Küstenkinder sind immer mit dabei oder mittendrin. Für's Fotografieren bedeutet das: Sie rennen ins Bild oder eben wieder raus, und das nicht, wie sie sollen. Sie schmeißen meine schönsten Bildaufbauten um oder wollen unbedingt auf den Arm, wenn die Mami gerade die Kamera zur Hand nimmt. Ob in diesem Augenblick das Licht leuchtend zur Terrassentür herein scheint oder ich eine geniale Idee habe, schert sie nicht.

Das ist ja auch irgendwie richtig so. Ich fotografiere ja nicht nur - wir leben ja auch!

Gutes Stichwort, übrigens: Das Leben mit Kindern ist nicht immer so aufgeräumt und ästhetisch. Im Gegenteil: Das Kinderchaos, die Breiflecken, die Wollmäuse, die kleinen und großen Bescherungen - sie gehören nun mal dazu. Das heißt nicht, dass ich sie Euch ausschließlich vorsetzen muss. Aber eben auch nicht das komplette Gegenteil.

Manchmal entsteht trotzdem das "vollkommene" Foto - in einem seltenen Moment der Ruhe oder einfach aus der Situation heraus. Aber eben nicht immer. Und will ich überhaupt perfekte, makellose Bilder, wie man sie oft auf Instagram sieht? Die wunderschön, aber manchmal auch ein bisschen zu fehlerfrei und deshalb steril sind?

Und will ich den Druck dazu? Genau, Druck! Bine schreibt auf ihrem genialen Blog "Was eigenes", wir erlägen fototechnisch einem "Ästhetik-Druck", weil wir angesichts der Hochglanz-Bilderflut selbst glaubten, diese produzieren zu müssen. Damit hat sie gar nicht mal so unrecht.

Nein, den Druck will und kann ich nicht! Bloggen soll Spaß machen, nicht krank. Und nein, ich will gar keine perfekt durchgestylten Fotos, die sich dafür gleichen wie ein Ei dem anderen. Ich will aber auch nicht total schlecht beleuchtete, verwischte Bilder von rümpeligen Ecken, auf denen man kaum etwas erkennen kann. Das will ich Euch und mir nicht antun.

Die Lösung liegt in der Mitte: In der Balance zwischen ästhetischem Anspruch und schönen, aber doch auch mal chaotischen, buntgewürfelten Alltagsbildern.

Denn unser Alltag findet auch in den Bildern statt. Was nicht heißt, dass sie schlecht sein müssen. Sie dürfen - sehr gerne - auch schön sein, aber vor allem fröhlich, lebendig, stimmungsvoll.

Authentisch eben.

Mir ist wichtig, dass die Stimmung rüberkommt, ebenso wie die Begeisterung und die Leidenschaft. Denn das ist das, was mich zum Bloggen gebracht hat und was für mich zählt. Und was ich weiterhin leben und genießen möchte!

Deshalb:

 
Ich will ehrliche Bilder. Egal ob aus dem Alltag oder als Ästhetik-Konstrukte: Sie sollen etwas von mir und von uns widerspiegeln.

Ich will spontan sein und auch so fotografieren dürfen. Mit der Kamera zumindest gelegentlich mal ganz im Hier und Jetzt sein - so wie es meine Kinder mir in größerem Maßstab vorleben. Dazu gehören auch Schnappschüsse, die aus einer Idee oder Stimmung heraus entstanden, aber eben nicht perfekt und schon gar nicht perfekt ausgeleuchtet sind.

Ich will das wahre Leben abbilden: Einen Menschen, der mich interessiert, ein Haus, das bunt ist, ein Kind, das lacht, aber eben auch mal weint, Orte, die mich begeistern, auch wenn es regnet und Pannen, die nun mal passieren. Das alles kann gerne schön aussehen. Muss es aber nicht. Hauptsache, die Stimmung kommt rüber und das "Ding an sich".
 
Ich will die kostbaren und schönen Momente einfangen und festhalten - besonders unsere #Familienmomente. Die gibt es übrigens immer mittwochs hier auf dem Blog - und die Fotos dazu sind alles andere als perfekt.
 
Ja, meine Bilder sind nicht perfekt und werden es vielleicht nie sein. Aber sie sind von Hand und mit Liebe und Leidenschaft gemacht. Sie sind nicht makellos, aber - hoffentlich - sehenswert.

Sie sind persönlich - denn mein Blog ist persönlich. Ich will Fotos mit dem und für's Auge machen - aber vor allem mit dem Herzen. Ich will das Wesentliche einfangen, auch wenn das etwas Simples ist.

Ich will ich sein - auch mit der Kamera. Und meine Familie, besonders meine Kinder, sollen sie selbst sein dürfen. Wir sind nicht perfekt, und das darf man auch sehen. Liebt uns so, wie wir sind!

Meine Bilder sollen vor allem Freude machen. Mir und Euch, uns allen. Wenn Ihr Euch beim Anschauen freut, wenn Ihr mit uns schmunzelt, wenn Ihr lacht, wenn Ihr weint, wenn Ihr Appetit und Lust auf Meer bekommt - und wenn sie mir gefallen und wenn ich Freude beim "Schießen" habe: Dann sind meine Fotos gelungen.
 
***
So, und jetzt ab an die Kamera! Was ist für Euch ein "gutes" Foto?

(Bildquelle: http://www.wertvoll-blog.de/2016/02/familie-gestalten-monatsmotto-februar.html)


Ich danke, diesmal ganz besonders, Sonja für ihre inspirierende Monatsmotto-Aktion und Bine für ihren zugleich kritischen und aufmunternden Artikel zum Fotografieren!

Eine wunderschöne, lichtdurchflutete Woche wünscht Euch

Eure Küstenmami

PS: Übrigens würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir bei Instagram folgt!

Kommentare :

  1. Auch wenn ich keine Kinder hab, das unterschreibe ich so wie du es geschrieben hast und du, liebe Küstenmami, kannst das immer noch so schön formulieren.
    Liebe Grüße
    Uli

    AntwortenLöschen
  2. Huhu, ja, den steigenden Druck, perfekte Bilder zu machen, bemerke ich auch. Durch das Bloggen ist Fotografieren zu einem Hobby geworden und es macht mir Spaß, mich da weiterzuentwickeln. Hochglanzbilder wird es aber bei mir nicht geben, denn auch mein Blog soll authentisch bleiben.
    Liebe Grüße,
    Sonja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sich weiterzuentwickeln ist natürlich etwas Gutes, und das will ich auch! Nur ohne Stress und mit umso mehr Spaß :)

      Löschen
  3. Interessantes Thema!
    Fotografieren hat mir schon immer Spaß gemacht, aber durch den Blog ist es ein echtes Hobby geworden, das ich sehr genieße. Früher habe ich meinen Bruder oft nicht verstanden, wenn er meinte "Ich fahr mal eben da und da hin, das Licht ist grad so gut, ich will ein paar Fotos machen." Mittlerweile kann ich das total nachvollziehen :)
    Ein gutes Foto ist für mich eines, mit dem irgendeine Stimmung transportiert wird. Und ich habe für mich entdeckt: Viele gute Fotos entstehen ganz spontan und ohne viel nachdenken. Manchmal halte ich die Kamera, ohne durchzusehen und mache "auf gut Glück" ein Bild - und siehe da, es wird eines meiner Lieblingsbilder. Gutes Equipment hilft da natürlich und bei den Lichtverhältnissen brauche ich auch oft ein paar Tricks (wohne ja auch im Norden, ich kenn die Problematik ;) ).
    Für den Blog fotografiere ich aber ganz anders (und auch ganz andere Dinge), als ich es privat tue. Experimentieren und zu versuchen, einen eigenen "Stil" zu entwickeln, macht mir total viel Spaß.
    Aber wie gesagt: Ein gutes Foto muss meiner Meinung nach nicht mit einer teuren Kamera, in einer mühevoll aufgebauten Umgebung und perfekten Lichtverhältnissen entstehen (das KANN es aber durchaus). Mein liebstes Foto von meiner Hochzeit ist beispielsweise ein Bild, das meine Nichte ganz spontan, ohne viel Nachdenken "irgendwie" geschossen hat :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da würde ich Dir recht geben, die Stimmung einzufangen ist ganz wichtig! Und natürlich hätte ich Interesse an Deinen Tricks ;)

      Löschen
    2. Aber klar doch :)
      Neben den ganz "allgemeinen" Tipps von wo das Licht kommen sollte etc. helfen mir persönlich zwei Dinge:
      1. Für Fotos, die drinnen gemacht werden, habe ich mir eine Soft-Box gekauft (war gar nicht so teuer). Die macht schönes Tageslicht, aber die nutze ich auch nur, wenn ich aufwändige Sachen fotografieren möchte (bei meiner Serie zur Kinderzimmergestaltung z.B.)
      2. Dafür braucht man leider ein bisschen Equipment: Ich habe eine Spiegelreflexkamera und diese so eingestellt, dass sie die Bilder nicht nur als JPEG speichert, sondern auch als "RAW"-Datei. Der Vorteil ist, dass man dieses Format wunderbar (viel, viel besser als normale JPEGs) anschließend in Photoshop bearbeiten kann - unter anderem eben auch die Helligkeit etc. Aber dafür braucht man ein bisschen Ausstattung.

      Löschen
    3. Danke, Kiwimama, Deine Tipps finde ich sehr wertvoll! Mit einer Soft-Box habe ich auch schon geliebäugelt...

      Löschen
  4. Danke! Ich bekomme bei manchen Blogs Bellemmungen und frage mich ob wir die einzige Familie sind bei der es regelmäßig wie nach einem Einbruch aussieht. Gerade jetzt im Winter sind gute Fotos wirklich schwer. Und dann sollen beide Kinder bei Laune bleiben usw. Ne so sind wir nicht.

    Ein gutes Foto transportiert für mich eine Stimmung. Freude, lachen oder auch mal Traurigkeit und Nachdenklichkeit.
    Ich schau aber gleich mal bei euch auf Instagram vorbei.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da bin ich ganz bei Dir. Es geht ja um echte Emotionen und nicht nur um vermeintliches Hochglanz-Glück. Da gehören Traurigkeit, Kummer, Wut und Nachdenklichkeit dazu. Wie lautet denn Dein Instagram-Name? Ich schau auch gerne bei Dir vorbei!

      Löschen
  5. Guten Morgen,
    heute gibt es wohl von dir gar keinen Familienmoment? Aber von mir ;)
    http://onlinetagebuchvonsandra.blogspot.de/2016/02/familienmoment-2.html
    Ich folge dir jetzt auf Instagram. Komm gut durch den Tag und ich denke man sollte sich nicht soviel Stress wegen den Fotos machen.
    Liebste Grüße Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich habe ihn doch gefunden grins.
      Liebste Grüße

      Löschen
    2. Doch, klar gibt es den #Familienmoment - schau mal hier: http://kuestenkidsunterwegs.blogspot.de/2016/02/familienmoment-nr-11-es-geht-nach-oben.html. Ich muss nur morgens erst meine Küstenkinder versorgen, bevor ich den Post online stelle! Bitte hab' Verständnis dafür und warte ein klein bisschen ab...

      Liebe Grüße, Küstenmami

      Löschen