Freitag, 26. Februar 2016

Die ersten 1.000 Tage: Was tun bei Milchstau und Brustentzündung?

Sponsored Post / Anzeige / Werbung 
 
Moin, Ihr Lieben!
 
Heute möchte ich über ein nicht ganz so einfaches Thema sprechen, das jedoch relativ viele Frauen, die stillen, zu dem einen oder anderen Zeitpunkt betreffen kann.
 
Die Rede ist vom Milchstau bzw. der Brustentzündung, die auch Mastitis genannt wird.
Eine Studie von 2014 hat ergeben, dass jede 5. stillende Mutter an Milchstau leidet und jede 10. eine Brustentzündung entwickelt. Das sind schon ziemlich heftige Zahlen, oder?
 
Die gute Nachricht ist, dass man schon mit einfachen Mitteln etwas dagegen tun kann. Deshalb möchte ich Euch in diesem Artikel, der im Rahmen der Serie Die ersten 1.000 Tage und in Zusammenarbeit mit Milupa entstanden ist, ein bisschen Mut machen und Euch von meinen Erfahrungen berichten.
 
 
 
***
Wie ich ja schon in meinem 1. und 2. Artikel zur Stillzeit geschrieben habe, ist Muttermilch in den ersten 1.000 Lebenstagen eines Kindes ein wichtiger Schutzfaktor, der sich extrem positiv auf die Gesundheit des Babys auswirken kann. Deshalb wollte ich auf jeden Fall sechs Monate lang und möglichst darüber hinaus stillen.
 
Dazu muss ich sagen, dass ich total gern stille. Das ist bzw. war bei beiden Kindern so. Unseren Küstenjungen habe ich etwa zehn Monate lang gestillt, und das kleine Küstenmädchen trinkt immer noch gerne bei mir, obwohl sie inzwischen auch andere Kost zu schätzen weiß :) Ja, tatsächlich, sie isst inzwischen mehrere Breie am Tag und auch etwas vom Familientisch! Darüber möchte ich Euch demnächst noch einmal ausführlicher berichten.
 
Aber zusätzlich wird sie noch gestillt, und das genießen wir beide sehr. Stillen bedeutet für mich auch mehr als meinen Kindern Nahrung zu geben. Nähe, Vertrautheit, Geborgenheit, Kuscheln, Hautkontakt - das alles entsteht außerdem beim Stillen und tut meinen Küstenkindern und mir unglaublich gut. Ich möchte das auf keinen Fall missen!
 
***
Doch Stillen heißt leider nicht nur schöne heile Welt. Auch bei uns war es durchaus nicht immer einfach. Es gab schon die eine oder andere Schwierigkeit - und wie die Zahlen der oben genannten Studie zeigen, das ist völlig normal.
 
Zum Beispiel hatten wir letzten Oktober alle einen richtig heftigen Infekt. Besonders unser kleines Töchterchen litt unter einer verstopften Nase. Deshalb atmete sie hauptsächlich durch den Mund. Und atmen und trinken ging nicht gleichzeitig. Also mochte sie kaum stillen, zumal sie auch noch hohes Fieber hatte. Das hat mich ziemlich beunruhigt, gerade weil es dann natürlich gut für sie gewesen wäre, viel zu trinken.
 
Außerdem führte es dazu, dass sich die Milch in meiner Brust staute. Es heißt, den Milchstau spüre man an den mehr und mehr spannenden Brüsten - das kann ich nur bestätigen. Da die Milch nicht wie vorgesehen abfließt, nimmt der Druck zu; das kann ganz schön schmerzhaft sein. Zudem kann die betroffene Brust kann richtig heiß werden und sich röten.
 
Wichtig ist, die Milch so bald wie möglich zum Abfließen zu bringen, was mir zunächst aber nur mäßig gelang. Zwar versuchte ich das kleine Küstenmädchen so oft wie möglich anzulegen, gerade auch in einer Position, in der ihr Kinn auf die am meisten gestaute Stelle gerichtet war. Aber sie hatte wirklich kaum Appetit!
 
Man kann die Brust übrigens auch mit einem warmen Waschlappen oder einer Wärmflasche vorsichtig erwärmen, um sie etwas weicher zu machen und dann auszustreichen.
 
Doch bei mir verhärtete sich die Brust sehr schnell, die Schmerzen nahmen zu und ich bekam Fieber - alles Anzeichen für eine richtige Brustentzündung. Bei einer Mastitis, wie dieses Phänomen auch genannt wird, handelt es sich meistens um eine bakterielle Infektion der Brustdrüsen, die infolge der Entzündung blockierter Milchkanäle entsteht. Jedoch muss das nicht die einzige Ursache sein: Die Bakterien können womöglich auch über wunde Brustwarzen von außen eingedrungen sein.
 
Eine Mastitis muss möglichst schnell behandelt werden - wenn es Euch trifft, nehmt bitte so bald wie möglich Kontakt zu Eurer Hebamme oder Ärztin auf. Wir hatten eine sehr nette Hausärztin, die gleich kam und sich auch unsere kranke Maus noch einmal anschaute. Das kleine Küstenmädchen bekam Nasentropfen verschrieben, damit sie besser atmen konnte. Ich sollte zwischen den Stillmahlzeiten kühlen, kühlen, kühlen - mit Quarkwickeln oder gekühlten Kohlblättern. Außerdem habe ich Eiswürfel verwendet, die aber nicht direkt auf die Haut sollen.
 
 
Und dann war Abpumpen angesagt. Darauf hätte ich gern verzichtet! Aber es musste sein, damit die gestaute Milch abfließen konnte. Mein Göttergatte hat glücklicherweise blitzschnell eine Milchpumpe besorgt, und meine erfahrene Nachbarin hat beim ersten Einsatz geholfen. Das brachte dann auch Erleichterung, und mein Fieber sank. Ein Glück, denn ansonsten hätte die Ärztin mir ein Antibiotikum verschreiben müssen. Doch ich war froh, dass es auch ohne ging. Und nach und nach fing unser Töchterchen wieder an zu trinken, und ich konnte weiter stillen!
 
*** 
Das war echt keine schöne Erfahrung. Aber sie hat mir gezeigt, dass die Schwierigkeiten überwindbar sind und wir das Stillen deshalb nicht aufzugeben brauchen! Neben den kleinen Tricks und einfachen Hausmitteln, die ich oben erwähnt habe, hat mir vor allem eines geholfen: Durchhalten! Und das möchte ich Euch auch ans Herz legen, falls es bei Euch mal Schwierigkeiten geben sollte: Gebt nicht auf, sondern versucht es weiter.
 
Versteht mich nicht falsch: Ich finde es völlig in Ordnung, wenn man aus dem einen oder anderen Grund nicht oder nicht mehr stillen will. Doch es ist schade, wenn man frühzeitig abstillt, obwohl man eigentlich noch stillen möchte und es vielleicht auch noch ginge. Helfen können Euch in einem solchen Fall auch Eure Hebamme oder eine kompetente Stillberaterin, die Ihr z.B. über die Homepage der La Leche Liga findet.
 
Übrigens hat das Unternehmen Milupa, das auch stark in der Muttermilchforschung tätig ist, ein Profutura mama Probiotikum entwickelt, das das in der Muttermilch vorkommende Milchsäurebakterium Lactobacillus saliviarius enthält. Studien haben gezeigt, dass bakteriell verursachte Brustbeschwerden durch die orale Aufnahme dieses Bakteriums deutlich reduziert werden können. Nähere Informationen dazu findet Ihr hier.
 
***
Wie ist es Euch mit dem Stillen ergangen? Falls es Schwierigkeiten gab - was hat Euch geholfen? 
 
Eine wunderschöne Stillzeit wünscht Euch
 
Eure Küstenmami
 
Dieser Beitrag ist in Kooperation und mit freundlicher Unterstützung von Milupa entstanden.

Kommentare :

  1. Meine Stillerfahrungen waren durchweg positiv. Ich hatte zum Glück nie Probeleme mit Milchstau und Co. Darüber bin ich echt froh.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Küstenmami,

    Danke für deine Erfahrungen!
    Ich stille gerade mein 3. Kind und ich würde auch jedes weitere lange stillen. Milchstau und Brustentzündungen habe ich auch erleiden müssen, aber Gott sei dank würde es mit jedem Tag Still-Erfahrung besser.

    Nun ist mein kleiner schon 15 Monate alt und wir stillen noch immer gern :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wow, 3 Kinder! Ja, ich finde auch, dass die Erfahrung das Ganze ein bisschen leichter macht - sowohl das Stillen als auch die Überwindung von Stolpersteinen. Weiterhin eine gute Stillzeit für Euch!!!

      Löschen
  3. Wir Stillen auch gerne. Mit viel Durchhaltevermögen ist es auch möglich, Zwillinge zu Stillen. Meine sind jetzt schon 13 Monate und wir Genießen die Stillzeit als Auszeit vom Alltag. Eine Brustentzündung hatte ich nie aber einen verstopften Milchkanal. Ganz oft anlegen hat geholfen.
    Liebe Grüsse
    Hanni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Respekt - Zwillinge zu stillen ist sicher nicht so ohne! Ja, und oft Anlegen hat mir auch geholfen, aber erst, als das Küstenmädchen wieder bereit war zu trinken :)

      Viele liebe Grüße und alles Gute!
      Küstenmami

      Löschen
  4. Ich wollte auch um alles in der Welt stillen, doch leider sollte es nicht sein. Von einem Milchstau zur Brustentzündung landete ich schließlich mit Abszess im KH und musste zweimal operiert werden. Ich bewundere alle Mamis, die eine positive Stillerfahrung machen durften und dürfen. Mir ist aber wichtig los zu werden, dass es nicht um jeden Preis sein muss. Ich hätte damals jemanden gebraucht, der mir das sagt. Meine Tochter war in den ersten zwei Jahren ihres Lebens nicht krank, trotz Flasche. Ich glaube, dass Stillen wunderschön sein kann, wenn es für Mami und Baby passt und ich bin froh, dass ich es so lang versucht habe - aber ich würde mir heute nicht mehr selbst ein so schlechtes Gewissen machen. Mein Mädchen wird jetzt 5 und ich sehe vieles anders und entspannter als in den ersten Babymonaten... Herzliche Grüße. Sina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo liebe Sina,

      da bin ich völlig bei Dir: Nein, natürlich muss Stillen nicht um jeden Preis sein. Es ist schön, wenn man es möchte und es klappt - aber wenn nicht, dann ist das genauso legitim, und es finden sich einfach andere Wege. Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar und Deine Geschichte!

      Ganz liebe Grüße, Deine Küstenmami

      Löschen