Dienstag, 5. Januar 2016

WMDEDGT: Alltäglicher Alltag - und ein bisschen Glitzer


Moin, Ihr Lieben!
 
Ich glaube, bei der Anrede bleibe ich :) Die gefällt mir so... Euch auch?
 
Heute ist Dienstag, ein ganz gewöhnlicher Dienstag. Die Feier- und Geburtstage sind vorbei, und der Alltag hat uns wieder. Doch weil der 5. ist, ist WMDEDGT aka "Was machst Du eigentlich den ganzen Tag", diese schöne, wiederkehrende, aber auch ein klein bisschen anstrengende (sorry!) Aktion von Frau Brüllen, die ich dennoch so liebe. "Alles kann, nichts muss" habe ich mir gestern noch vorgenommen - und ja, hier will ich müssen können ;)
 
Also ist "Tagebuchbloggen" angesagt, und das will ich diesmal wörtlich nehmen. Ob ich mich das traue? So einfach runterschreiben, was ich von morgens bis abends mache, unseren ganz normalen Alltag an einem wie gesagt ganz gewöhnlichen Dienstag?
 
Interessiert Euch das überhaupt? Denn dieser Dienstag, das weiß ich schon jetzt, wird super gewöhnlich, geradezu banal. Im Gegensatz zu sonst haben wir so gut wie nichts vor. Und doch gibt es unendlich viel zu tun, denn gerade die so genannten Kleinigkeiten stehen an, die gar keine sind, und von mir aus gern "Erledigtwerdenmüssenund nichtbesondersSpaßmachenaberdennochnotwendigundtrotzdemwürdigtsieKEINERdoch-wennsieliegenbleibenfallensieUNANGENEHMauf-Keiten" heißen dürften. Aber so lang redet ja kein Mensch. "Lästigkeiten" passt auch.
 
Mein Alltag zu Hause ist beherrscht von diesen Kleinigkeiten. OK, ich kümmere mich auch um eine große, richtig große Sache: Die "Kinderbetreuung", die von mir aus auch gern anders heißen dürfte. Habt Ihr einen Vorschlag? Kinderbetreuung und Kleinigkeiten durchmischen sich oft, das liegt in der Natur der Sache. Beides ist wichtig, richtig und gut. Das weiß ich auch, eigentlich. Trotzdem fühlt es sich manchmal so an, also ob ich nichts schaffe und die großen Dinge auf der Strecke bleiben. Wie kann das nur sein? Kann mal bitte jemand die Kopf/Herz/Bauch-, Gewöhnlich/Ungewöhnlich-, Alltag/Besonderes-, Wichtig/Unwichtig-, Groß/Klein-, Klischee/Rechtfertigungsbedürfnis-Schere aus meinem Kopf rausschnippeln? Und ja, ich bin mir der Ironie bewusst...
 
Oops, das war jetzt Reflektion, nicht Alltag-Erzählen, nicht wahr? Doch ich muss auch erstmal ins Schreiben reinkommen, denn ich bin echt müde.
 
Zurück zu WMDEDGT:
 
Der Tag beginnt bei mir, wie bei den meisten Eltern von Kleinkindern, mitten in der Nacht. Entschuldigt bitte, dass ich immer wieder von dem Schlaf-Thema anfange, aber es ist schon wesentlich für das  Gelingen oder Nicht-Gelingen unseres Alltags... Die Nacht also war unruhig, denn das kleine Küstenmädchen zahnt, und das macht sich durch extreme Anhänglich- und Kuschelbedürftigkeit bemerkbar. Dabei finde ich es nicht nur nicht schlimm, dass sie oft gestillt werden möchte. Im Gegenteil, das ist völlig in Ordnung. Es macht mich zwar wach, aber ich finde es ganz gemütlich und genieße es auch bewusst, da es womöglich bald vorbei sein wird und ich es dann vermissen werde... Anstrengend ist mehr, dass unsere süße Muckuline danach so lange braucht, bis sie wieder in den Schlaf findet, und auch zwischendurch oft vor sich hin schimpft und quengelt. Sehr verständlich, wenn einem Mund und Kiefer schmerzen - aber eben nicht schlaffördernd.
 
Doch der Küstenjunge hat gut geschlafen, das muss auch mal gesagt werden! Wenn er nachts nicht einen seiner gemeinen Alpträume hat oder auf die Idee kommt, um 3:30 Uhr alle Autos aufzuzählen, die unten im Wohnzimmer auf ihn warten, ist er der Ruhepol im Schlafzimmer. Und überhaupt: Das Positive im Alltag soll nicht untergehen! Wo ist hier der Glitzer!?
 
 
Unsere Alltagsroutine morgens mit Wachkuscheln, alle-durchs-Bad, Anziehen, Frühstücken, Aufbrechen klappt gut. Was gut klappt, ist immer schnell erzählt, oder? Draußen ist es eiskalt, doch nicht mehr so windig, wie bei unserem Ausflug an den Strand am Wochenende. Hui, pfiff da der Wind übers Meer! Aber schön war's, ebenso wie der Weg jetzt durch das kleine Waldstück zur Kinderbetreuung des Großen. Auf dem Rückweg schläft das kleine Küstenmädchen im Kinderwagen ein. Ich bringe noch den verspäteten Neujahrsgruß für die Nachbarin Nr. 3 rüber, sie freut sich und erzählt strahlend von ihrem Enkel. Doch ein bisschen Glitzer!
 
Ich schiebe zu uns rüber, das kleine Mädchen schläft weiter. Das ist sehr praktisch, dann kann ich schnell noch "etwas schaffen". (Nota bene: Als ob ich sonst nicht schaffen würde!) Ich widme mich eben jenen Kleinigkeiten: Klo putzen, zum Beispiel, sehr banal und nicht sehr beliebt. Aber vom Wochenend-Putz übrig geblieben, muss also sein. Ebenso Flur und Küche aufräumen, Tannenbaum gießen (ja, er steht noch), alle anderen Pflanzen auch, verräumte Socken aufspüren und wegsortieren, Wäsche abhängen, Telefona... oh, nix mit Telefonate erledigen. Das kleine Küstenmädchen ist ruckzuck wieder wach und will von den warmen Klamotten befreit und bespaßt werden.
 
Momentan kann man sie mit dem Spielzeug ihres Bruders glücklich machen, wenn der nicht Zuhause ist ;) Doch heute hält sie nicht lange durch, die Zähne machen ihr wirklich zu schaffen. Also trage ich sie herum, bis es wieder Zeit zum Stillen ist. Und Zeit zum Wickeln, unweigerlich. Danach geht es besser, wen wundert's :) Ich habe eigentlich auch schon wieder Hunger, wie ständig in der Stillzeit. Doch meine Süße spielt gerade so schön, da kann ich noch ein bisschen die nächste Größe in den Kleiderschrank sortieren. Das mit den Kinderklamotten hat immer zwei Seiten: Ich liebe es, sie auszusuchen, anzuziehen und zu kombinieren... Doch auf das ewig wiederkehrende Sortieren, Ein- und Ausräumen, Waschen und Beschaffen könnte ich auch verzichten, seufz.
 
 
Draußen ist es inzwischen nicht nur hell, sondern auch sonnig. Und die reifüberzogene Wiese funkelt im Sonnenschein - da ist das Glitzern wieder :) Das Licht ist gut, also hole ich schnell die Kamera, um Bilder von dem Buch zu machen, dass ich Euch demnächst unbedingt zeigen möchte. Und natürlich von unserer Tochter; das sind meine allerliebsten Fotos! Auf ihrem Kopf glitzert es übrigens auch: Sie trägt zum ersten Mal eine kleine Haarspange, weil ihr sonst die Stirnhaare in die Augen hängen. Und weil ich das soooo süß finde! OK, erwischt, ich bin voll die Mädchenmami geworden ;)
 
Der Frieden wärt nicht lange, dann will unsere Muckuline wieder getragen werden. Schnell die Marsupi angelegt, denn darin fühlt sie sich wohl und ich kann Mittagessen für uns beide machen. Danach müssen wir nochmal raus in die Kälte, um den Großen abzuholen. Doch die Sonne macht das Einmummeln und die Anstrengung wieder wett - es ist trotz - 4 Grad herrlich, unterwegs zu sein!
 
Der Küstenjunge stürzt sich in meine Arme; er ist müde und will nur noch nach Hause. Doch sein Strahlen ist der Goldfunken auf unserem mittäglichen Wiedersehen - eigentlich kann so ein ganz gewöhnlicher Tag doch ganz schön sein. Aber auch anstrengend ;) Für mich ist der huckelige Weg mit der 17 Kilo schweren Geschwisterkarre mit 5 Kilo Ausstattungsgedöns und zwei Küstenkindern à 12 und 9 Kilo Sportersatz, wie ich ja schon mal auf Facebook schrieb. Immerhin ist der Waldboden heute gefroren, da kommen wir gut voran.
 
Zuhause beginnt der Kinder-auspacken-alle-Klamotten-wegräumen-wickeln-und-ins-Bett-bringen-Marathon, möglichst ohne dass einer meiner beiden müden Seehasen weint. Gar nicht so leicht, und ich bin auch echt geschafft. Und ja, ich schlafe mit. Das ist mehr als nötig.
 
 
Nachmittags setzt sich der Alltag mit zwei Kindern fort: Obst-Getreide-Imbiss, Wickeln, Hinterherräumen - aber auch ganz viel Spielen. Wir gucken das oben genannte Buch, bauen die Eisenbahn auf, die es zum Geburtstag gab, singen und kuscheln. Ich schmeiße den Kamin an, um der Kälte etwas entgegenzusetzen, die Kinder bestaunen den Funkenschlag. Der Göttergatte kommt und trägt weiteres Holz rein.
 
Zwischendurch schaffe ich es mal an den Rechner, mal in die Waschküche und mal ins Obergeschoss. Zu was, könnt Ihr Euch denken... Kleinigkeiten. Na ja, immerhin kann ich ein paar wichtige Mails an Blogger-Kolleginnen, Sponsoren und Event-Organisatorinnen beantworten und mir eine Interview-Reihe für den Sommer ausdenken. Und das Bad putzen, yeah ;)
 
Danach ist schon Abendbrotszeit. Die ist selten friedlich, so auch heute nicht. Der Große will grundsätzlich etwas anderes essen als das, was auf dem Tisch steht, und die Kleine, die ohnehin schon mit ihrem schmerzenden Kiefer zu tun hat, isst durch sein Geschrei auch nicht besser. Obendrein ist der Heringssalat alle, und keiner von den 2 Erwachsenen im Haus will's gewesen sein. Wo ich doch so auf frischen Fisch stehe! Doch schließlich sind alle satt.
 
Danach Abendroutine - das Wort mag ich, es strahlt Permanenz und sichere Abläufe aus, und darum klappt es auch ;) Bei uns heißt das Tischabräumen, Stillen, Ordnung zumindest ausschnittsweise herstellen, sprich, gemeinsam die Spielzeugkiste einräumen, Zähneputzen (also die Kinder), Wickeln (also wir - Scherz!), und die Kids ins Bett bringen.
 
Und dann ist er da, dieser magische Moment, wenn ich beide Kinder nochmal an mich drücke und ihnen mein "Ich hab Dich lieb'" zuflüstere, bevor ich sie in ihre Betten lege. Der Moment, in dem sie zu mir hochsehen, bevor sie die Augen schließen und vertrauensvoll einschlafen. Der Moment, der Alltag, aber nicht alltäglich ist, und für den sich alles lohnt - jede Kleinigkeit.
 
***
Hej, Ihr Lieben, es ist spät und ich will das hier dringend online stellen. Jetzt habe ich nicht nur geschrieben, was ich den ganzen Tag so mache, sondern auch, was ich fühle und denke. Aber das ist ja auch wichtig, oder?
 
Wie findet Ihr diese Art des Tagebuchbloggens? Was habt Ihr heute gemacht?
 
Alles Liebe und viel Rückenwind
 
Eure Küstenmami
 
 
PS: Morgen ist hier auf dem Blog wieder #Familienmoment. Schaut doch mal rein und macht mit!

Kommentare :

  1. Dafür das dein Tag so "gewöhnlich" war klingt er trotzdem harmonisch und schön. Ich hab das Glitzern gesehen ;-)
    Ich beneide euch um euren Wohnort und freue mich schon auf unseren ersten Urlaub mit Baby an der Ostsee
    ...
    Liebe Grüße Tine

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    1. Ja, beim Schreiben habe ich ihn auch gesehen ;) Nein, im Ernst, wir haben riesengroßes Glück, dass wir die Kinder haben! Und Glitzer ist immer im Herzen...
      Schön, dass Ihr bald an die Ostsee kommt :)

      Viele liebe Grüße, Küstenmami

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  2. Das klingt trotz Zahnweh nach einem schönen Tag. Und ich finde Tagebuchbloggen immer spannend zu lesen, aber selber schreiben ist (noch) nicht meins.
    Und es gab ja sogar eine Neuigkeit bei euch, oder ich hab das verpasst - Kinderbetreuung für den Großen.
    Und falls es dich tröstet, meine beiden sind zwar etwas älter, aber der Alltag ist deinem ähnlich. Nur fahren wir seit gestern mit dem Schlitten zum Kindergarten, hier liegt Schnee :)
    Liebe Grüße und eine ruhige Nacht
    Sternie

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    1. Oh, Schnee haben wir (noch) nicht! Stimmt, es war ein schöner Tag :)

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