Montag, 21. Dezember 2015

Singen, Trommeln und ganz viel Spaß: Der Musikgarten

(Bilder: Nicole Glamsch)
 
Hallo Zusammen,
 
wie haltet Ihr das mit der Musik und Euren Kindern? Musiziert Ihr zu Hause - gemeinsam oder einzeln? Oder mögen Eure Kids einfach Musik?
 
Ich habe ja schon öfters erwähnt, dass unser Küstenjunge echt gerne Musik macht. Und zwar am liebsten selbst! Er hört zwar auch gern zu, wenn ich singe oder der Papi das Radio anstellt, aber am meisten Spaß hat er, wenn er selbst zum Schlägel greifen und dem Xylophon Töne entlocken, mit der Rassel seiner kleinen Schwester schütteln oder auf unserem Klavier die Tasten ausprobieren kann.
 
Selbst als er noch ganz klein war und durchs Zimmer gekrabbelt ist, hat er sich alles gegriffen, worauf er trommeln konnte und dann wie ein Wilder drauflos geklopft. Besonders beliebt waren dafür alte Kisten bzw. Kartons, die ich zuhauf aus dem Supermarkt anschleppen musste. Das macht er auch heute noch!
 
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 (Bilder: Nicole Glamsch)
 
Weil er bei solchen Sachen so viel Spaß hat und wir sein Interesse gerne unterstützen wollen, haben wir ihn seit Kurzem zu einem Kurs beim Musikgarten angemeldet. Und Euch möchte ich gerne das Konzept des Musikgartens einmal näher vorstellen!
 
Dazu habe ich unsere nette Leiterin Nicole Glamsch interviewt, die mir geduldig alle meine Fragen beantwortet hat. Was ich vorher gar nicht wusste: Nicole ist nicht nur eine zertifizierte Musikgarten-Lehrkraft und erfahrene Mami, sondern auch ausgebildete Sängerin. Als Mezzosopranistin unterstützt sie z.B. in der aktuellen Spielzeit den Opernchor des Kieler Theaters in der Oper Carmen. Hut ab, Nicole!
 
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(Bilder: Nicole Glamsch)
 

- Hallo Nicole, schön Dich zu treffen! Stell Dich doch bitte mal vor. Wer bist Du und was machst Du eigentlich?
 
Ich bin Mama von Zwillingsmädels, die gerade 3 Jahre alt geworden sind. Ursprünglich komme ich aus Süddeutschland, doch seit 5 Jahren wohnen wir nun hier im Norden. Neben dem Fulltime-Job als „Familienmanagerin“ :) bin ich freiberufliche Sängerin und singe als Mezzosopranistin bei verschiedenen Anlässen (Konzerte, Hochzeiten, Taufen etc.) und gebe Musikkurse für Kinder.
- Und wie bist Du zum Musikgarten gekommen? Braucht man dafür eine Ausbildung oder etwas Ähnliches?
Ich wollte etwas Neues ausprobieren. Frühmusikalische Erziehung hat mich interessiert und das Konzept vom Musikgarten fand ich gut. Als ich dann die Ausbildung in Hamburg gemacht habe war ich mit meinen Kindern schwanger – so hat auch der Zeitpunkt perfekt gepasst.
Um das Musikgartenkonzept unterrichten zu dürfen, braucht man zum einen eine Ausbildung und zum anderen eine bestehende Lizenz, die man durch regelmäßige Kurse erneuert. Leider gibt es immer wieder Angebote, die sich Musikgarten nennen, aber nicht den Inhalt vermitteln oder von nicht-lizenzierten Lehrkräften angeboten werden.
- Erzähl mal bitte: Was ist der Musikgarten? Was macht Ihr da?
Dr. Lorna Lutz Heyge entwickelte anfangs der 90er Jahre das Konzept. Sie unterrichtet seit 1971 Elementare Musikpädagogik in Deutschland, in den USA und in Kanada. Zusammen mit mehreren deutschen KollegInnen entwickelte sie in den Musikgarten.
 
„Musikgarten – Gemeinsam musizieren“ ist ein musikpädagogisches Konzept, das Kinder ab dem Säuglingsalter und deren Eltern zum gemeinsamen Musizieren anregt. Durch musikalische Kinderspiele, Tänze und das gemeinsame Singen erfahren die Kinder eine frühe musikalische Förderung. Einfache Instrumente wie Klanghölzer, Glöckchen, Rasseln oder Trommeln lassen sie selbst aktiv werden. Die Kinder lernen musikalische Grundelemente kennen.
 
(Bilder: Nicole Glamsch)
 
Spaß und Freude, die Entdeckung der eigenen Stimme, die Entwicklung eines Körperbewusstseins und Entspannung stehen dabei an erster Stelle. Es gibt keinerlei Leistungserwartung. Und für die Eltern ist es eine gute Gelegenheit, die oft vergessenen Melodien und Reime ihrer eigenen Kindheit wieder zu entdecken.
- Und was ist das Konzept dahinter? Was unterscheidet den Musikgarten von anderen musikalischen Angeboten für Kleinkinder?
Eine Musikgartenstunde hat feste Elemente. So beginnt jede Stunde mit einem Begrüßungslied, und jedes Kind wird persönlich begrüßt. Das Begrüßungslied bleibt für ein halbes Jahr das gleiche, das gibt den Kleinen Sicherheit und erleichtert das Ankommen in der Gruppe.
Eine Vielfalt von Bewegungsaktivitäten wie Kniereiter, Fingerspiele, Kreisspiele und Tänze gehören in jede Stunde. Viele Lieder, ob leicht oder schwerer, ob in Dur oder auch in Moll werden erlernt und mit einfachen Instrumenten begleitet.
Charakteristisch für den Musikgarten sind die melodischen und rhythmischen Echospiele. Hierbei werden Tonalität und Taktgefühl geschult.
- Inwiefern fördert der Musikgarten die Kinder?
Da die ersten sechs Lebensjahre die wichtigsten für die geistig-seelische Formung eines Menschen sind, sollten Kinder schon in dieser frühen Phase mit Musik und Musikinstrumenten vertraut gemacht werden, damit sie später selbst unbefangen musizieren können.
In jeder Musikgartenstunde wird in Texten und Bewegungen mit Grundschlag und Rhythmus gearbeitet und in Spielen mit Trommel, Klangstäben und Klanghölzern. Das Gefühl für Rhythmus wird gestärkt.
Musik hat eine positive Auswirkung auf das Verhalten des Kindes. Forschungsergebnisse haben eine positive Wechselbeziehung zwischen musikalischer Ausbildung in der frühen Kindheit und der Gehirnentwicklung festgestellt. Es besteht eine starke Korrelation zwischen musikalischer Ausbildung bei Kindern und bestimmten anderen geistigen Fähigkeiten.
(Bilder: Nicole Glamsch)
Wenn Kinder im Takt zur Musik klatschen und sich bewegen können, entwickeln sie bessere Lesefähigkeiten als Kinder ohne diese Fertigkeiten.
- Für wen eignet sich der Musikgarten? Was muss man tun, wenn man mitmachen möchte?
Der Musikgarten Phase I richtet sich an Kinder von 18 Monate bis 3 Jahren.
 
Wenn Ihr in Kiel und Umgebung wohnt: Bei Interesse am besten einfach am 9. Januar 2016 um 10:00 Uhr in unserem Verein Tanzen in Kiel vorbeikommen. Dann startet das neue Halbjahr und wir werden sehen, ob wir eine oder zwei Gruppen anbieten werden. Ansonsten könnt Ihr auch im Büro anrufen (Tel. 0431/ 329 039 17) und Euch informieren, wann man zum Schnuppern kommen kann.
 
Falls Ihr woanders wohnt, könnt Ihr in der Lehrerdatenbank recherchieren, wo es in Eurer Nähe Musikgarten-Kurse gibt.
 
- Der Musikgarten findet ja in dem Verein Tanzen in Kiel statt. Wie ist das gekommen und wie passt das zusammen?
Ich tanze mit meinem Mann schon lange Zeit  bei Tanzen in Kiel. Irgendwie sind wir im Gespräch darauf gekommen, dass der Verein ja sein Angebot erweitern könnte und bei noch jüngeren Kindern anfangen könnte.
Tanzen ist Musik, und etwas Vorbildung in Musik fördert auch das Tanzen. Außerdem haben wir ja auch im Musikgarten den Tanz als festes Element in jeder Stunde. Durch die spielerischen Übungen werden zudem Taktgefühl und Musikalität gefördert.
(Bilder: Nicole Glamsch)
- Was hat Tanzen in Kiel noch für Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien?
Tanzen in Kiel e.V. ist inzwischen der größte Tanzverein in Norddeutschland. Das Angebot ist so vielfältig, dass man da schon ein eigenes Interview geben könnte :)
Angefangen bei den Kindern bietet der Verein neben dem Musikgarten z.B. Ballett, Kindertanzen und Hip Hop an.  Für Jugendliche gibt es ebenfalls diese Kurse, aber auch Standard- und Lateintraining.
 
Für Erwachsene gibt es diverse Tanzkreise bis hin zum Breitensport- und Turniertraining. Spezialkurse wie Tange Argentino, Discofoxkurse, Bokwa, Jazz-Modern-Dance, Rock’n’Roll, Swing, Agiliro, Stepp, Irish Dance, Orientalischer Tanz, Rückengymnastik, ja sogar Tanzkurse für Rollstuhlfahrer runden das Angebot ab.
Der Verein bietet für die ganze Familie etwas an :) Es lohnt sich einfach mal vorbeizuschauen und sich zu informieren!
Vielen Dank für das Interview, Nicole! Wir freuen uns schon, wenn es im Januar mit dem Musikgarten weitergeht! Bis dahin trommeln wir fleißig unterm Tannenbaum ;)
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Mögen oder machen Eure Kinder Musik? Nehmen sie an einem Kurs oder einer Förderung teil? Welche Erfahrungen habt Ihr dabei gemacht?
Einen schönen Montag und einen guten Weihnachts-Endspurt ohne allzu viel Stress wünscht Euch
Eure Küstenmami
 


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