Freitag, 6. März 2015

Gestern ging noch Banane. Die Sache mit dem Essen: Teil 1

 
 
Hallo Zusammen,
 
heute möchte ich über ein Thema schreiben, das wahrscheinlich alle Eltern beschäftigt. Um das sich gerade im Alltag viel dreht und das gelegentlich sogar richtig Stress macht - obwohl es doch eigentlich etwas Einfaches, Schönes, ja vielleicht sogar Lustiges und Lustvolles sein sollte. Und zwar vom ersten Löffel an :)
 
Vielleicht ahnt Ihr, wovon ich rede: Vom Essen bzw. Essverhalten der wichtigsten, geliebtesten, wunderbarsten Krümelmonster der Welt - unserer Kinder.
 
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Das ist bei uns nämlich gerade alles andere als problemfrei. Und das ist auch der Grund, warum ich gerade jetzt in die Tasten greife. Ich muss meine Gedanken dazu einfach mal sortieren, teilen, loswerden. Vielleicht geht es Euch ja ähnlich? Gerade in diesem Fall bin ich für Eure Anregungen, Tipps und Ratschläge dankbar!

Außerdem dachte ich, dass ich zu diesem Thema eine kleine Serie starte - denn ich habe so eine Ahnung, dass sich das nicht so schnell erledigen wird ;) Deshalb heißt dieser Post "Teil 1". Vollständig werde ich "Die Sache mit dem Essen" nicht behandeln können, doch Ihr erhaltet immer mal wieder Einblicke  - besonders in die Höhen und Tiefen - unseres Ess-Alltags. Lasst gerne Eure Meinungen, Links und Kommentare hier! Zusammen ist man auch am Tisch weniger allein ;)

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In Wo, bitte, ist der Brei? hatte ich Euch bereits von den Schwierigkeiten der "Beikostbeschaffung" berichtet (ein schönes Wort übrigens, das mir außerhalb meines MamiLebens so nicht begegnet wäre). Doch auch wenn die Besorgung der Lebensmittel und Breizutaten eine gewisse Herausforderung darstellte, war die Beikosteinführung selbst weitgehend problemfrei. Das lief ziemlich glatt.
 
Vielleicht zu glatt... Mein Sohnemann war anfangs ein so unproblematischer Esser, dass ich hätte ahnen sollen, dass es nicht unbedingt dabei bleiben muss... Aber man*frau*mami will ja nicht unken, und es war eine der wenigen Sachen, wo ich mal ganz die stolze Mami sein konnte ;)

Jetzt hingegen ist nichts mehr einfach. Vor allem, was die Auswahl der Nahrungsmittel angeht. Dabei hatten wir schulbuchmäßig ein Lebensmittel nach dem anderen eingeführt und unser kleiner Racker hatte sie gegessen. Einfach so. So einfach. 

 
Das ist jetzt anders. Jetzt werden sowohl bestimmte Lebensmittel als auch ganze Gerichte einfach abgelehnt. Obwohl noch sie vor kurzem zu den Lieblingsspeisen gehörten... Gestern zum Beispiel hat unser süßer Sohnemann zum Frühstück nicht nur einen vollen Milch-Getreide-Brei verspeist, sondern auch noch eine ganze Banane hinterher gegessen. Heute jedoch werden sowohl der Brei als auch die Banane fortgestoßen. Brot, dünn bestrichen, und Apfel hingegen gehen. Warum? Keine Ahnung.

Dabei war Banane immer eine sichere Bank. Nun nicht mehr. Ob es daran liegt, dass er selber essen und nicht mehr gefüttert werden will? Schwer zu sagen, denn auch das wechselt. Manchmal nimmt er vom Löffel das, was er mit der Hand nicht gegessen hat - oder umgekehrt.

Unterwegs ist es wieder anders. Da wird plötzlich gegessen und getrunken, was zu Hause noch total abgemeldet war. Ich werde nie vergessen, wie unser liebreizender Rabauke beim PEKiP eine andere Mami förmlich angebettelt hat - und zwar genau um die Banane, die er eine Stunde zuvor zu Hause auf keinen Fall essen wollte. Die Blicke aller Anwesenden bohrten sich in mich und die Gedanken schallten förmlich durch den Raum: "Bekommt er daheim nichts zu essen?! Armes Kind!"


 
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Doch vielleicht gibt es Hoffnung - es kann nämlich auch umgekehrt laufen. Sprich, das Kind isst plötzlich etwas, was lange verweigert wurde. Heute Mittag zum Beispiel: Einen ganzen Teller voll Gemüse, also Möhren, Brokkoli, Blumenkohl! Die wochenlang gar nicht gingen!! Mit Lust!!!
 
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Oh, ich hoffe, es ist nur eine Phase - ich muss gestehen, ich mache mir schon Sorgen, wenn er nicht isst. Oder was meint Ihr? Wie überstehen wir das am besten - was macht Ihr in solchen Fällen?
 
Auf Eure Ratschläge hofft
 
Die angeschlagene Küstenmami
 
 
 
 


Kommentare :

  1. Zunächst mal, verhungert ist noch keiner. Zumindest in Familie, in denen man sich Gedanken drum macht. Er probiert aus und genießt die Freiheit zu entscheiden und das ist ein Entwicklungsschritt. Ich weis, für uns Eltern ist der hart, aber so ist es halt.
    Ich hab damals halt einfach immer wieder angeboten, was ich dachte, was gesund ist und lecker schmeckt. Und geht es uns nicht auch so, dass in anderer Umgebung manches gut und interessant ist, was daheim nicht angeschaut oder eben "nur" gegessen wird.?
    Ich hab jemand in der Verwandtschaft, der ißt seit ich denken kann so gut wie nur Maultaschen. Schon zum Frühstück in der Brühe, kalt als Vesper in der Schule und abends eben wieder warm. Er ist kerngesund, ißt auch mal Obst. Aber alles andere ist einfach nicht sein Ding. Nervig ist das, glaube ich, nur für die Eltern. Wer mag schon morgens heiße Brühe auf dem Frühstückstisch?!

    Also keinen Kopf machen, essen lassen. Mit Zwang erreicht man gar nix und manches mögen die Racker eben nie oder erst viel später. Meine Jungs essen auch zwei Wochen am Stück als Vesper einen Apfel und dann schauen sie sie drei Wochen nicht an. Aber die Phase am Stück ist von IHnen gewollt und sie sind schon in der weiterführenden Schule.

    Liebe Grüße
    Annette

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  2. Liebe Küstenmami,
    beim dritten Kind bin ich mittlerweile in allem sehr entspannt und halte es beim Essen nach dem Ratschlag unseres Hausarztes: Das Kind isst, was es braucht. Das war in der Kleinkindzeit viel Obst und Gemüse, jetzt leider nur noch Obst oder am liebsten Süßigkeiten (die es natürlichnicht ständig gibt). Kleinkindpüriertes Essen hat er nie angerührt und isst heute auch nur Dinge, in denen die einzelnen Komponenten noch zu erkennen sind.
    Je weniger das Essen zum Thema gemacht wird, desto eher reguliert sich alles von alleine, denke ich. Am schlimmsten enden (nach meiner Erfahrung im Bekanntenkreis) wenn um jedes Lebensmittel Romane erzählt werden, wie, warum und was das Kind doch essen müsste usw.
    Viel Freude weiterhin am gemeinsamen Genießen, das Vorbild wirkt glaub ich sowieso am nachhaltigsten !
    Viele Grüße von Juli

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    1. Liebe Juli,

      wahrscheinlich hast Du recht - und Entspannung ist immer gut. Ich bin halt noch eine überbesorgte Erstlingsmami ;)

      Viele liebe Grüße

      Küstenmami

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  3. Ich habe mal einen Artikel gelesen, dass Kinder -wenn man sie lässt- sich die Nahrungsmittel aussuchen, die sie gerade benötigen in ihrer Phase der Entwicklung. Deine Beschreibung hört sich für mich in die Richtung gehend an - nur dass deiner sich nicht darauf verlässt, dass du ihm freie Auswahl der Lebensmittel lässt, sondern er besteht einfach darauf :-)
    Viel Glück im Erkennen, was dein Kleiner essen möchte!
    LG
    Petra

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